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New Publication: The Role of Flag Emoji in Online Political Communication

New journal article in Social Science Computer Review with Ankit Kariryaa, Simon Rundé, Hendrik Heuer, and Johannes Schöning (all computer scientists from University of Bremen). In The role of flag emoji in online political communication we examine usage patterns of flag emoji in tweets published by MPs in Germany and the United States. Here is our abstract:

Abstract: Flags are important national symbols that have transcended into the digital world with inclusion in the Unicode character set. Despite their significance, there is little information about their role in online communication. This article examines the role of flag emoji in political communication online by analyzing 640,676 tweets by the most important political parties and Members of Parliament in Germany and the United States. We find that national flags are frequently used in political communication and are mostly used in-line with political ideology. As off-line, flag emoji usage in online communication is associated with external events of national importance. This association is stronger in the United States than in Germany. The results also reveal that the presence of the national flag emoji is associated with significantly higher engagement in Germany irrespective of party, whereas it is associated with slightly higher engagement for politicians of the Republican party and slightly lower engagement for Democrats in the United States. Implications of the results and future research directions are discussed.

Ankit Kariryaa, Simon Rundé, Hendrik Heuer, Andreas Jungherr, and Johannes Schöning. 2020. The role of flag emoji in online political communication. Social Science Computer Review. doi: 10.1177/0894439320909085 (Online First).

Neue Veröffentlichung: Desinformation Konzepte, Identifikation, Reichweite und Effekte

Für einen Workshop der Landesanstalt für Medien NRW habe ich einen kurzen Überblick zum Forschungsstand zur Prominenz und Wirkung von Des- und Misinformation in digitalen Medien verfasst. Die Beiträge für den Workshop wurden nun in einem Sammelband der Landesanstalt für Medien veröffentlicht.

Andreas Jungherr (2020). Desinformation: Konzepte, Identifikation, Reichweite und Effekte. In Was ist Desinformation? Betrachtungen aus sechs wissenschaftlichen Perspektiven. Düsseldorf: Landesanstalt für Medien NRW. S. 23-30.

Öffentlicher Vortrag – Tatort Demokratie: Digitale Medien im Verdacht

Heute Vortrag am Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) von Prof. Ralph Schroeder (Oxford Internet Institute) und Prof. Andreas Jungherr (Universität Konstanz) mit anschließender Podiumsdiskussion über die Rolle digitaler Medien in der politischen Kommunikation.

Schlägt man dieser Tage eine Tageszeitung auf, schaltet in eine Diskussionssendung oder klickt auf Meinungsbeiträge in digitalen Medien, entsteht leicht das Bild, die Demokratie befände sich in einer Krise. Eine Krise ausgelöst durch digitale Medien. Die Gefahr von Filterblasen, Manipulation und Desinformation ist im öffentlichen Diskurs allgegenwärtig.

Die Veranstaltung nimmt das Spannungsverhältnis von Demokratie und der Rolle digitaler Medien in den Blick. Schädigen digitale Medien den politischen Kommunikationsraum oder werden sie zu Unrecht diskreditiert? Wie gehen etablierte Akteure sowie neue politische Kräfte mit digitalen Medien um, und mit welchen Folgen? Und welche Rolle spielt die Wissenschaft in Zeiten wachsender Unsicherheit und des Misstrauens?

In Ihrem Vortrag am Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) beleuchten Prof. Ralph Schroeder (Oxford Internet Institute) und Prof. Andreas Jungherr (Universität Konstanz) die Rolle digitaler Medien in der politischen Kommunikation und der öffentlichen Meinungsbildung. An der anschließenden Podiumsdiskussion nehmen Prof. Simon Hegelich (TU München) und Dr. Anna Sophie Kümpel (LMU) teil. Die Veranstaltung wird von Prof. Hannah Schmid-Petri (Universität Passau) moderiert.

Interview zum Thema des Vortrags.

Interview: “Wir müssen uns von der passiven Bürgerrolle verabschieden”

Welche Rolle spielen digitale Medien für die politische Kommunikation? Das beleuchtet das bidt auf einer Veranstaltung am 5. Februar. Im Vorfeld erläutert der Politologe Andreas Jungherr, welche Folgen die Digitalisierung für die politische Meinungsbildung hat und warum gerade politische Newcomer von den digitalen Medien profitieren.

Wie verändern digitale Medien den politischen Kommunikationsraum?

Die digitalen Medien schwächen die Kraft von etablierten politischen Gruppen. Vor zehn, fünfzehn Jahren war es für politische Parteien noch notwendig, dass die traditionellen Medien deutschlandweit ihre Position aufgreifen, damit sie wahrgenommen werden. Verglichen mit heute waren die Medien unabhängiger in ihren Entscheidungen, worüber sie berichten, da ihre ökonomische Situation stabiler war. Sie hatten es nicht nötig, über jede Provokation im politischen Raum zu berichten. Zudem war die Zahl der Medien begrenzt. Sie konnten so der politischen Kommunikation Struktur geben und mitbestimmen, welcher Ton in der politischen Debatte zugelassen war.

Das ist heute nicht mehr der Fall. Heute kann jeder seine Position über die digitalen Medien vorbringen und sie kann von jedem gehört werden. Über die Kanäle der sozialen Medien lassen sich viele Menschen erreichen. Zugleich ist der ökonomische Druck höher, unter dem Medien heute stehen. Das führt dazu, dass Provokationen von politischen Akteuren über viele Onlinemedien verbreitet werden. Nehmen Sie zum Beispiel den Wahlkampf von Donald Trump, der gezielt auf Regelverstößen basierte. Die Medien haben diese bereitwillig aufgegriffen, da es auch ihren eigenen Einschaltquoten zugutekam.

Was bedeutet das für traditionelle Medien, die Themen aus dem digitalen Raum aufgreifen? Sollten sie auf manches einfach nicht aufspringen?

Das sagt sich so leicht. Aber die Frage ist, ob Medien diesen Handlungsspielraum heute noch haben. Können sie überhaupt einflussreich sein, wenn sie über Dinge nicht berichten, die online einen großen Raum einnehmen? Das alleinige Ausblenden von politischen Provokationen hilft nicht mehr. Hilfreicher wäre, sie zu kontextualisieren: eine Provokation nicht einfach als Tatsache berichten, sondern sie in ihren Zusammenhang stellen. Die Herausforderung für Medien ist dabei, dass sie nicht selbst als politische Akteure wahrgenommen werden.

Digitale Medien sind weder eine Gefahr noch eine Chance. Es ist der Umgang mit ihnen, der sie dazu macht.

Was bedeuten digitale Medien also für Demokratien?

Digitale Medien sind weder eine Gefahr noch eine Chance. Es ist der Umgang mit ihnen, der sie dazu macht. Noch vor zehn, fünfzehn Jahren sah sich die Politik mit dem Vorwurf konfrontiert, das politische System sei abgehoben, zu technokratisch, der Einzelne habe kaum Einfluss. Mit den digitalen Medien sind die politischen Alternativen nun auf einmal da. Mal heißen die Herausforderer Barack Obama, der in seinem ersten Wahlkampf 2008 um die Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur sehr von digitalen Medien profitiert hat, mal Donald Trump. Die Frage ist, wie sich sicherstellen lässt, dass neue politische Herausforderer den demokratischen Austausch weiterbringen. Ich glaube, wir müssen uns von der passiven Bürgerrolle verabschieden. Damit das demokratische System stabil bleibt, wird sich auch der Einzelne stärker einbringen müssen.

Things are getting real!

Coming to a book shop near you in June!

Andreas Jungherr, Gonzalo Rivero, and Daniel Gayo-Avello. 2020. Retooling Politics: How Digital Media are Shaping Democracy. New York: Cambridge University Press. (Coming in June).

“Retooling Politics” has a cover now!

The finish line comes into sight: We have a cover now!

Cover  Retooling Politics

Coming to a book shop near you in June!

Donald Trump, the Arab Spring, Brexit: Digital media have provided political actors and citizens with new tools to engage in politics. These tools are now routinely used by activists, candidates, non-governmental organizations, and parties to inform, mobilize, and persuade people. But what are the effects of this retooling of politics? Do digital media empower the powerless or are they breaking democracy? Have these new tools and practices fundamentally changed politics or is their impact just a matter of degree? This clear-eyed guide steps back from hyperbolic hopes and fears to offer a balanced account of what aspects of politics are being shaped by digital media and what remains unchanged. The authors discuss data-driven politics, the flow and reach of political information, the effects of communication interventions through digital tools, their use by citizens in coordinating political action, and what their impact is on political organizations and on democracy at large.

In the book, we talk about:

  1. The rise of digital media and the retooling of politics
  2. The flow of political information
  3. Reaching people
  4. The effects of political information
  5. Digital media and collective action
  6. Changing organizations
  7. Data in politics
  8. Digital media and democracy
  9. Digital media in politics.

Andreas Jungherr, Gonzalo Rivero, and Daniel Gayo-Avello. 2020. Retooling Politics: How Digital Media are Shaping Democracy. New York: Cambridge University Press. (Coming in June).

Syllabus: Die Analyse politischer Effekte Digitaler Medien – Methoden und Konzepte

Im Wintersemester 2019/2020 biete ich an der Universität Konstanz einen neuen Kurs zur Untersuchung politischer Effekte digitaler Medien an. Ziel des Kurses ist, Studierende mit der praktischen Untersuchung entsprechender Effekte vertraut zu machen. Wir beginnen mit der Diskussion möglicher Effekte in unterschiedlichen politisch relevanter Gesellschaftsbereiche:

  • Informationsfluss in zeitgenössischen Mediensystemen;
  • Kommunikation in politisch homogenen und heterogenen Kommunikationsumfeldern: Echo-Kammern und Filter-Blasen;
  • Politische Reden und Texte;
  • Aktivismus: Aktivierung der Desinteressierten oder Ermächtigung der Ermächtigten?
  • Demokratie.

Studierende werden aus diesen Themenbereichen individuelle Fragestellungen erarbeiten und diese anhand von passenden Datensätzen im Verlauf des Semester in Gruppenarbeit untersuchen. Hierbei liegt ein Schwerpunkt des Seminars in der Vertrautmachung vielfältiger Effektarten, Datensätzen und Untersuchungsstrategien.

Kursbeschreibung:

Digitale Medien beeinflussen eine immer größere Zahl politischer Prozesse und Bereiche. Die Untersuchung ihrer spezifischen Charakteristiken und Effekte ist damit eine Kernaufgabe zeitgenössischer Politikwissenschaft. In diesem Seminar lernen Studieren- de, relevante Konzepte, Methoden und Datensätze für die Analyse unterschiedlicher politischer Effekte digitaler Medien kennen. Hierbei liegt der Schwerpunkt des Seminars darauf, dass Studierende lernen, Konzepte und theoretische Wirkungsannahmen zu ope- rationalisieren und anhand bestehender oder von ihnen erhobenen Datensätze empirisch zu untersuchen. Vorkenntnisse in der Nutzung quantitativer empirischer Methoden und der Nutzung von Programmen zur computergestützten Datenanalyse sind empfohlen. Prüfungsleistungen bestehen aus Präsentationen im Seminar, in Gruppenarbeit entwickelter Forschungsdesigns und der Abgabe einer empirischen Hausarbeit nach Ende des Seminars.

Lernziele: Studierende lernen ihre Erwartungen der Effekte digitaler Medien in der Politik in empirische Untersuchungsdesigns zu übersetzen und diese anhand empirischer Daten und Methoden umzusetzen.

[Seminarplan]