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Lance Bennett in Mannheim

This semester, the MZES colloquium has proven somewhat of a highlight for researchers interested in the effects of the internet and digital tools on politics and political communication. Earlier this semester Rasmus Kleis Nielsen and Homero Gil de Zúñiga both gave fascinating talks on questions related to this. Next Monday, October 26, 2015, the MZES colloquium features another great speaker on the topic. Lance Bennett will talk about his concept, the logic of connective action. This talk should be self-recommending for you if you are interested in the role of the internet in politics, protests, and collective action. The talk starts Monday, October 26, 2015 at 12.00 in building A 5,6 room A 231 and is open to the public.

The Logic of Connective Action: Digital Media and the Personalization of Contentious Politics

A number of diverse, large scale protest movements have appeared around the world in recent years: the Arab Spring, the M15 or los indignados in Spain, Occupy Wall Street, the Umbrella Movement in Hong Kong, and Black Lives Matter in the U.S., among others. These large-scale, sustained protests use digital media in ways that go beyond sending and receiving messages. In these technology enabled protests, communication becomes an important part of the organizational process. Understanding such large-scale action networks requires a different theoretical framework than the logic of collective action that is generally used to explain conventional collective action based on formal organization, resource mobilization, and leadership aimed at motivating participation and building collective identities. This talk explores a logic of connective action that is based on self-motivated, personalized content sharing over social networks that require less formal leadership or hierarchical organization. This organizational process is explained using methods developed to model information flows through an Occupy Wall Street data set of 60 million tweets.

W. Lance Bennett is Professor of Political Science and Ruddick C. Lawrence Professor of Communication at the University of Washington, Seattle, USA, where he directs the Center for Communication and Civic Engagement (www.engagedcitizen.org). The focus of his work is on how communication processes affect citizen engagement with politics. His most recent book is The Logic of Connective Action: Digital Media and the Personalization of Contentious Politics (with Alexandra Segerberg, Cambridge, 2013). He has received the Ithiel de Sola Pool and Murray Edelman career recognition awards from the American Political Science Association. He has also received the Distinguished Scholar Award from the U.S. National Communication Association, and the ICA Fellow Award from the International Communication Association, both for lifetime achievement in the study of human communication. He currently holds a Humboldt Research Fellowship at Free University, Berlin.

Syllabus: Introduction to Research Practices in Political Science

The second course, I’ll give semester is a general introduction to research practices in political science. I am not all that happy with the readings for the course, so if you have any advice for good introductory texts for first semester Bachelor students, it would be very much appreciated.

Workshop zu Twitternutzung im politischen Aktivismus bei der reCampaign 2014

Ich freue mich sehr, dass mich die Organisatoren der diesjährigen reCampaign zu einem Workshop über die Nutzung von Twitter durch politische Aktivisten eingeladen haben. Der Workshop findet am 24. März ab 16:30 in den Räumen der Heinrich Böll Stiftung in Berlin statt. Mein Impulsvortrag wird wesentlich auf den Ergebnissen eines Artikels basieren, in dem ich zusammen mit Pascal Jürgens die Twitternutzung durch Aktivisten während der Proteste gegen Stuttgart 21 untersuchte. Hier das Abstract des Workshops und einen Link zu dem Artikel.

Twitter Nutzung für den politischen Aktivismus: Das Beispiel #s21

Twitter ist zu einem Standard-Element im Werkzeugkasten politischer Aktivisten und Aktivistinnen geworden. Allerdings werden die tatsächlichen Funktionen des Dienstes für politischen Aktivismus selten diskutiert. Dieser Workshop wird einige dieser Funktionen am Beispiel der Proteste gegen Stuttgart 21 diskutieren. Wichtig ist hierbei zwischen Potentialen von Twitter für die Dokumentation, Koordination und taktischen Durchführung von Protesten und den Potentialen für die symbolische Sichtbarmachung von Unterstützung für die Anliegen von Aktivisten zu unterscheiden. Beides wir im Fall von Stuttgart 21 deutlich. Zusätzlich soll in dem Workshop diskutiert werden, ob es Kampagnen gibt, die sich für die Unterstützung durch Twitter besonders anbieten und wie sich Twitter in die Arbeit von NGOs einbinden lässt.

Andreas Jungherr und Pascal Jürgens. 2013. “Through a glass, darkly: tactical support and symbolic association in Twitter messages commenting on Stuttgart 21.” Social Science Computer Review (Online First).

Interview bei CICERO Online zur Rolle des Internets im Wahlkampf

In einem Interview mit Cicero Online habe ich heute noch einmal über die Rolle des Internets in deutschen Wahlkämpfen gesprochen.

Eine der Kernaussagen betrifft die Art wie wir in Deutschland die Rolle des Internets in Kampagnen diskutieren:

Die öffentliche Debatte über die Rolle des Internets ist in Deutschland noch immer viel zu provinziell. Auf der einen Seite haben wir Berater, die das Thema hochjubeln und übersteigerte Erwartungen wecken, auf der anderen Seite Journalisten, die es kaputtschreiben. Beide Gruppen schauen auf die USA und sind enttäuscht, wenn ihre Wahrnehmung der Rolle des Internets im US-Wahlkampf so in Deutschland nicht umgesetzt wird. Dadurch vernachlässigen wir in der öffentlichen Diskussion leider die tatsächlichen Funktionen, die das Internet für Parteien und Kandidaten in Deutschland erfüllt.

Eine andere Frage bezog sich darauf was man in Deutschland aus dem US-Wahlkampf lernen kann:

(…) hierzulande verlässt man sich im Online-Wahlkampf noch zu sehr auf anekdotisches Expertenwissen. Die Amerikaner versuchen sehr viel stärker, entscheidende Elemente der Kampagnenführung messbar zu machen. Sie probieren viel mehr aus, beobachten genau, welche Methoden funktionieren und passen sich dann an. Dieses datengestützte, analytische Vorgehen könnte man auch in Deutschland mit großem Gewinn umsetzen.

Andreas Jungherr im Interview mit Merle Schmalenbach: Wahlkampf Online: Die Wahl wird nicht im Internet entschieden. CICERO Online. 20/09/2013.

Neuer Artikel: Die Rolle des Internets in deutschen Wahlkämpfen

Heute ist in der Zeitschrift für Politikberatung ein Artikel von mir zur Nutzung des Internets in deutschen Wahlkämpfen erschienen. Hier das Abstract und der Link zu einem Preprint:

Die Rolle des Internets in deutschen Wahlkämpfen

Abstract
Um die Potentiale des Internets für Wahlkämpfer in Deutschland zu verstehen, ist es notwendig, differenziert über die Funktionen des Internets für politische Kampagnen nachzudenken. Hierbei bietet sich die Analyse von drei Funktionsweisen an:

    1. Internetdienste als Werkzeuge, um die Sichtbarkeit politischer Akteure und ihrer Inhalte im Informationsraum Internet zu gewährleisten;
    2. Die Unterstützung der Infrastruktur einer politischen Kampagne durch digitale Werkzeuge und das Internet;
    3. Die symbolische Sichtbarmachung von politischer Unterstützung und des Momentums von Kampagnen und die damit verbundene Möglichkeit, darauf folgender Berichterstattung traditioneller Medien.

Die Potentiale dieser Funktionsweisen sind jeweils abhängig von den spezifischen politischen, rechtlichen, kulturellen und historischen Kontexten in denen Kampagnen und Kandidaten agieren. Sie können sich je nach Kandidat, Partei oder Land unterscheiden. In dem vorliegenden Artikel werden diese Funktionen des Internets für politische Kampagnen an den Beispielen der Präsidentschaftskampagnen Barack Obamas und deutscher Wahlkämpfe diskutiert.

Preprint

Andreas Jungherr. 2013. “Die Rolle des Internets in deutschen Wahlkämpfen.” Zeitschrift für Politikberatung 2/2013. S.91-95.