Tag Social Media

Neuer Artikel zu Twitter in der deutschen Politik

Heute erscheint in der Zeitschrift Internationale Politik ein neuer Artikel von mir zu der Nutzung von Twitter durch deutsche Politiker, Aktivisten und Journalisten. Der Text ist gibt einen schnellen Überblick und versucht einige systematische Nutzungsmuster aufzuzeigen.

Andreas Jungherr. 2013. “Schleppender Beginn: Deutsche Politiker entdecken Twitter nur zögerlich.” Internationale Politik 2013 März/April: 54-59. [Preprint]

New Article: “Online campaigning in Germany: The CDU online campaign for the general election 2009 in Germany”

A few days back “German Politics” published the iFirst version of my paper “Online campaigning in Germany: The CDU online campaign for the general election 2009 in Germany“. In this paper I describe the attempts of the German conservatives to include Web 2.0 elements in their campaign of 2009. It's a little light on theory but I hope that the rich description in the paper helps the reader in getting a feeling for the present state of Web 2.0 campaigning in Germany. Please let me know what you think.

The paper was first prepared for the MPSA meeting in 2010, which as it turned out I could not attend because of a rather temperamental volcano on Iceland. Early in 2012 I presented another early version of the paper during a workshop organized by Rachel Gibson and Andrea Römmele at the ECPR joint session in Antwerp, Belgium. So this paper has a bit of milage on it but I'm happy that it's finally out.

Here is the abstract:

The German election year 2009 saw the first attempts by political parties to include Web 2.0 services in their online campaigns. The 2009 election therefore offers the opportunity to examine how political parties outside the USA – where online campaigning has become commonplace – choose to use online tools in their campaigns. This paper examines the online campaign of the German Christian Democratic Union (CDU) with a special focus on the campaign's use of Web 2.0 services. The different elements of the campaign will be discussed with regard to three basic functions of online campaigning provided by the relevant literature: 1) presence in the online information space; 2) support of the infrastructure of politics; 3) creation of symbols for political support and participation. This paper shows that these functions were all present in the CDU's use of online tools in the campaign of 2009.

Andreas Jungherr. 2012. (Online First). “Online campaigning in Germany: The CDU online campaign for the general election 2009 in Germany.” German Politics.

 

The German federal election of 2009: The challenge of participatory cultures in political campaigns

Today my article “The German federal election of 2009: The challenge of participatory cultures in political campaigns” was published in a special issue on Fan Activism of the journal “Transformative Works and Cultures” edited by Henry Jenkins and Sangita Shresthova. In the article I present three case studies from the campaign for the federal election of 2009 in Germany.

Abstract: Increasingly, political actors have to act in online communication environments. There they meet overlapping networked publics with different levels of participatory cultures and varying expectations of participation in the (re)making and co-production of political content. This challenges political actors used to a top-down approach to communication. Meanwhile, online users are increasingly politically involved as legislatures all over the world become more active in regulating communication environments online. These new political actors often share participatory practices and have high levels of new media skills. Now they are challenged to adapt these bottom-up participatory cultures to the traditional political environment. This paper examines these adaption processes by examining three examples from the campaign for the German federal election of 2009. These examples include the attempt of Germany’s conservative party (CDU) to encourage their supporters to adapt participatory practices, the German Social Democrats’ (SPD) top-down production and distribution of online content that mimicked the look and feel of user-generated content, and the bottom-up emergence of political flash mobs.

Andreas Jungherr. 2012. “The German federal election of 2009: The challenge of participatory cultures in political campaigns.” Transformative Works and Cultures 10. doi:10.3983/twc.2012.0310.

Social Media Nutzung in öffentlichen Verwaltungen

Für die aktuelle Ausgabe des Magazins move moderne verwaltung habe ich einen Artikel zu den Chancen und Herausforderungen der Nutzung von Social Media in öffentlichen Verwaltungen geschrieben. Das Heft ist inzwischen erschienen und den Artikel kann der geneigte Leser hier finden.

Andreas Jungherr. 2012. “Spannende Ergänzung.” move moderne verwaltung 10(2): 30-33.

Das Internet für Landtagskandidaten

Die CDU NRW hat mich in einem kurzem Interview gefragt warum und wie Landtagskandidaten das Internet und Social Media im Wahlkampf nutzen sollten.

Welche Rolle spielt das Internet im Landtagswahlkampf? Was heißt das z. B. für mich als Landtagskandidat?

Untersuchungen über die letzten zehn Jahre haben immer wieder gezeigt, dass überwiegend politisch interessierte Menschen das Internet nutzen, um sich politisch zu informieren oder zu beteiligen. Die meisten Menschen, die politische Webseiten besuchen, haben ein grundsätzliches Interesse an Politik, das sie auf politische Webseiten führt. Oder sie sind durch ein Ereignis (z.B. ein Wahlplakat, Medienbericht oder ein Treffen mit dem Kandidaten) zum Seitenbesuch angeregt worden.

Empirische Studien zeigen, dass zufällige oder politisch uninteressierte Menschen deutlich seltener politische Webseiten besuchen als politisch interessierte Menschen. Für einen Landtagskandidaten heißt dies, dass seine Internetpräsenz (z.B. die Webseite, Facebook-Profil, YouTube Kanal) eine spannende Möglichkeit ist, politisch interessierte Menschen zu erreichen. Bei der Gestaltung der Webseite und ihrer Inhalte ist es sinnvoll, sich an den Interessen dieser Besuchergruppe zu orientieren. In der Regel sind die Besucher von politischen Webseiten politische Unterstützer, politisch Interessierte aber in ihrer Wahlentscheidung noch Unentschlossene, und Journalisten. Kandidaten sollten darauf achten, dass ihre Webseite für diese Personen interessante Information leicht zugänglich anbietet.

Informationen über den Kandidaten (z.B. Persönliches, politische Leistungen, politische Ziele), Informationen über den Kampagnenverlauf (z.B. Berichte über Kampagnenereignisse, kommende Termine, Links zu Zeitungsartikel, die über die Kampagne oder den Kandidaten berichteten, oder auch Beiträge des Kandidaten selbst), Pressemitteilungen und Kontaktmöglichkeiten sollten direkt von der Startseite her erreichbar sein und regelmäßig aktualisiert werden.

Nutzt ein Kandidat auch andere Internetdienste (z.B. Facebook, Twitter oder YouTube) dann sollte auf die jeweiligen Profile auch direkt von der Startseite aus hingewiesen werden. Eine bewusst gestaltete und regelmäßig aktualisierte Webseite ist für Landtagskandidaten der günstigste Weg, politisch interessierten Menschen ihre Kandidatur zu begründen und sie unabhängig von der Berichterstattung der örtlichen Medien über den Kampagnenverlauf zu informieren. Bedingung hierfür ist allerdings, dass es Kandidaten interessierten Menschen leicht machen Ihre Internetangebote zu finden. Dies kann einerseits durch die technische Gestaltung der Seite geschehen, bei der darauf geachtet werden sollte, dass sie suchmaschinenfreundlich programmiert wurde, anderseits bedeutet dies jedoch auch, dass der Kandidat bei der Gestaltung von klassischen Kampagnenmitteln und öffentlichen Auftritten immer auch auf seine Internetseite hinweisen sollte.

Wozu und wann brauche ich als Landtagskandidat einen eigenen Twitter-Account oder Facebook-Profil bzw. eine Facebook-Fanseite?

Ein Profil auf einer Sozialen Netzwerkseite wie zum Beispiel Facebook oder Twitter kann für Landtagskandidaten eine interessante Ergänzung zu der klassischen Webseite darstellen. Mit einem Facebook-Profil oder einem Twitter-Account erleichtern Kandidaten interessierten Nutzern dieser Dienste den direkten Kontakt mit ihnen. Auch hier gilt, die meisten Netzwerk-Nutzer, die “Freund”, “Fan” oder “Follower” eines Politikers werden sind mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits politisch interessiert.

Auch auf den Sozialen Netzwerkseiten kommunizieren Politiker also eher mit Unterstützern, Kritikern, Journalisten und einigen politisch Interessierten, aber unter Umständen noch in der Wahlfrage unentschlossenen Menschen. Sozialen Netzwerkseiten können für Landtagsabgeordnete aber nicht nur zur Kommunikation genutzt werden, sondern auch zur Koordination von Freiwilligen im Wahlkampf vor Ort. Wie nützlich Soziale Netzwerkseiten allerdings tatsächlich im Einzelfall sind, hängt stark von Wahlkampfstil des Kandidaten,der Internetnutzung seiner Unterstützer und der Netznutzung im Wahlkreis ab.

Muss ich diese Accounts selber pflegen?

Soziale Netzwerkseiten haben den Vorteil, dass sie ihren Nutzern einen direkten Zugang zu Politikern erlauben. Hier sind natürlich Politiker interessanter, die auf Fragen und Kommentare antworten und die ihre Beiträge selber schreiben. Sicher kann es gerade im Wahlkampf sinnvoll sein, dass Mitarbeiter des Kandidaten oder Mitglieder aus dem Unterstützerteam einzelne Beiträge auf den Profilen des Kandidaten veröffentlichen. Diese sollten dann aber auch entsprechend markiert werden.Wenn diese Beiträge allerdings die Mehrzahl aller Beiträge auf einem Profil ausmachen besteht die Gefahr, dass so das Profil für Unterstützer uninteressant wird.

Wie gehe ich mit kritischen Kommentaren um, z. B. auf der Facebook-Seite, im Blog, bei YouTube etc.? Löschen, beantworten, freischalten?

Vor kritischen Kommentaren online sollte man sich genauso wenig fürchten wie vor Kritik offline. Gerade der Wahlkampf ist die Zeit für den Austausch unterschiedlicher politischer Positionen. Dass sich dieser Austausch nun auch auf die Online-Angebote von Politikern ausweitet ist wenig überraschend.

Kritische Kommentare auf ihren Online-Angeboten sollten Kandidaten freischalten. In der Folge sollte der Profilinhaber oder seine Unterstützer dann aber auch mit eigenen Kommentaren auf diese Kritik reagieren. Eine Ausnahme sind hier beleidigende Kommentare, die man natürlich nicht veröffentlichen muss.

Was für eine Meldung/Ereignis ist es wert, in den sozialen Netzwerken veröffentlicht zu werden? Schreibe ich nur Politisches oder auch Privates?

Auf Sozialen Netzwerkseiten gibt es keinen Nachrichtenwert einzelner Beiträge. Erlaubt ist was gefällt. Und was gefällt bestimmen die “Freunde”, “Fans” und “Follower” im Zusammenspiel mit dem Inhaber des Profils. Bei der Entscheidung welche Art von Beiträgen sie veröffentlichen wollen sollten sich Kandidaten von ihrem eigenen Gefühl leiten lassen.

Manche Kandidaten arbeiten in ihrer Kampagne stark mit ihren persönlichen Eigenschaften und Attributen. Für sie kann die Veröffentlichung von eher persönlichen Beiträgen gut zu ihrem restlichen Kampagnenstil passen. Andere Kandidaten rücken eher Themen und die politische Arbeit in das Zentrum ihrer Kampagne. Für diese Kandidaten passen inhaltliche oder politische Beiträge wahrscheinlich besser zu ihrem gewohnten Kampagnenstil. Kandidaten müssen allerdings selber testen welche Art von Beiträgen von ihren Kontakten auf Sozialen Netzwerkseiten auf positive Reaktionen stösst und welche Beiträge eher ins Leere laufen. Da hier jeder Kandidat und jede Unterstützergruppe unterschiedlich ist, gibt es keine Lösung, die für alle Kandidaten passt.

Das Interview im Original gibt es auf der Seite der CDU NRW.

Portrait auf Politik Digital

Vor einigen Wochen führte Philipp Albrecht von politik-digital.de ein längeres Interview mit mir zu dem Spannungsfeld Wissenschaft und aktiver Mitarbeit in Kampagnen. Sein Artikel, der auf diesem Gespräch basiert, ist inzwischen erschienen.

“Andreas Jungherr: Zwischen Wahlkampf und Hörsaal.” Ein Interview von Philipp Albrecht mit Andreas Jungherr. politik-digital.de. 21/03/2012.

4 Thesen zu Onlinetools und Politik zum Demokratiekongress 2012

Kommenden Montag werde ich in Jena während des Demokratiekongress 2012 der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema “Partei 2.0 – Kommunikation, Parteien und digitale Gesellschaft” mit Tankred Schipanski und Mario Voigt über Facebook, Blogs und Twitter in der Politik diskutieren. Hier vier Thesen zum Thema:

1. Soziale Netzwerkdienste erlauben es ihren Nutzern, sich durch die Kommunikation über für sie interessante Themen zu vernetzen. Diese so entstandenen Netzwerke formen sich in der Regel nicht entlang politischer Sympathien sondern an der Lebenswirklichkeit und den Interessen der Nutzer.

2. Wird in diesen Netzwerken über politische Themen kommuniziert, so müssen dies nicht die Themen sein, die gleichzeitig auf der Medienagenda stehen. Auch entspricht die Form der Kommunikation über Politik nicht den Regeln der medialen Berichterstattung. Es wird über das kommuniziert was den Nutzern wichtig ist und es wird so kommuniziert wie es den Nutzern gefällt.

3. In diesen Netzwerken sind Politiker solange Teilnehmer solange sie als Menschen kommunizieren. Nutzen sie ihre Facebookseite oder ihr Twitterfeed nur als einen zusätzlichen Verbreitungskanal für ihre politischen Botschaften so bleiben sie wenn sie Glück haben Objekt der Kommunikation, wenn sie Pech haben bleiben sie unbeachtet.

4. Die Öffentlichkeit und die Zählbarkeit von Beiträgen oder Kontakten in Sozialen Netzwerkdiensten führt dazu, dass die spontanen Reaktionen Nutzern dieser Dienste von Medien gerne genutzt werden, um Zustimmung oder Ablehnung zu politischen Themen darzustellen. Hier muss die Gesellschaft lernen wie diese Reaktionen zu interpretieren sind.

[Update 2012/02/16]
Andreas Mehlich schreibt auf Jenapolis über den Demokratiekongress: Partei 2.0 – Kommunikation, Parteien und digitale Gesellschaft.
Bericht der KAS über den Demokratiekongress 2012.

Interview on the State of Online Campaigning in Germany

Last Thursday Philipp Albrecht interviewed me for politik-digital.de on the state of online campaigning in Germany. We talked about some recent examples of successful online campaigns by political parties in Germany. In addition we discussed general functions of online elements in German campaigns: Die Zeit des Kampagnen-Twitterns ist vorbei.

Page-Turners of May 2011

Paul J. Silvia (2007) How to Write a Lot: A Practical Guide to Productive Academic Writing. American Psychological Association: Washington, DC.

This is a very good natured book on how to approach academic writing. The simplest, while probably also the hardest, advice Silvia offers is to stick to a regular writing schedule instead of trusting the spur of the moment or the occasional inspiration to provide writing impulses. To this recovering binge writer this seems to be very sound advice, indeed. The upbeat prose and some practical tips for the journal submission process makes this a very agreeable and helpful read.

Clay Shirky (2010) Cognitive Surplus: Creativity and Generosity in a Connected Aged. The Penguin Press: New York.

There seems to be a pattern with me and books by Clay Shirky. I see the talk, like the basic idea and leave it at that, only to return a few months later to actually read the book and find much of value there. This was true for “Here Comes Everybody” and it’s also true this time around for “Cognitive Surplus”. Let’s see if the pattern holds in the future.

In “Cognitive Surplus” Shirky argues that during the second half of last century the majority of people in the West suddenly found themselves with a lot of spare time on their hands. Shirky calls this the Cognitive Surplus. To Shirky social media would enable users to do better things with that surplus than watch TV. Shirky starts by describing the new media environment and the ermergent possibilities to use social media for social good. Still, he does not argue in favor of a simplistic technological determinism the likes of: “We have the tools now they will be used for good”. Instead, he discusses preconditions for the successful use of social media, the strongest being: intrinsic motivation of the contributors and a supportive culture among groups of users. He closes with some rules of thumb of elements that, in his experience, contribute to the success of social media ventures. Usually I am not a big fan of those list, but his remarks seem sensible enough and might actually help in the development of social media services.

As usual with Shirky, “Cognitive Surplus” is a very readable book. Shirky uses well chosen stories to illustrate the possibilities of social media use. He combines these stories with accounts of research relevant to his argument. For me “Cognitive Surplus” works as a very useful addition to his prior book “Here Comes Everybody”. While in his prior book he argued very convincingly in favor of the transformative potential of widespread social media use, in “Cognitive Surplus” he adds some useful conjectures on the reasons why people might be motivated to invest significant time and effort into producing content through social media.