Tag Political Science

Portrait auf Politik Digital

Vor einigen Wochen führte Philipp Albrecht von politik-digital.de ein längeres Interview mit mir zu dem Spannungsfeld Wissenschaft und aktiver Mitarbeit in Kampagnen. Sein Artikel, der auf diesem Gespräch basiert, ist inzwischen erschienen.

“Andreas Jungherr: Zwischen Wahlkampf und Hörsaal.” Ein Interview von Philipp Albrecht mit Andreas Jungherr. politik-digital.de. 21/03/2012.

Die Sichtbarkeit von Parteiwebseiten in den Ergebnislisten von Suchmaschinen

Webseiten sind für politische Parteien die Online-Werkzeuge mit der größten potentiellen Reichweite. Anders als zum Beispiel bei Seiten sozialer Netzwerke oder Smart-Phone Apps sind Inhalte auf politischen Webseiten für jeden interessierten Nutzer mit Internetanschluss und Webbrowser zugänglich, unabhängig davon, ob er in einem sozialen Netzwerk ein Profil besitzt oder mit einem besonderen Telefonmodell im Internet surft. Damit Parteien aber mit ihren Webseiten interessierten Nutzern auffallen, müssen sie an prominenter Stelle in den Ergebnislisten von Suchmaschinen aufgeführt werden.

Zusammen mit Harald Schoen und den Firmen Neolox und Searchmetrics habe ich in einem kurzem Report untersucht, wie Parteiseiten von der Suchmaschine Google bewertet werden und zu welchen Suchbegriffen Parteiwebseiten an prominenter Stelle in den Google Ergebnislisten angezeigt werden. Im Einzelnen untersuchten wir die Webseiten von Parteien im Bund sowie von Parteien in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

Die Ergebnisse zeigen, dass die Webseiten der Bundesparteien prominent in den Google Ergebnislisten zu Anfragen nach Parteinamen und Spitzenpolitikern platziert sind. Wird nach tagesaktuellen oder allgemein politischen Begriffen gesucht, erscheinen die Webseiten der Bundesparteien nur vereinzelt und unsystematisch in den Ergebnislisten. Einzige Ausnahme ist die Piratenpartei.

Die Webseiten der Landesverbände von Parteien erscheinen nur prominent in Ergebnislisten, wenn gezielt nach Parteinamen und Kandidaten gesucht wird. Bei Suchanfragen zu tagesaktuellen und allgemein politischen Begriffen bleiben die Webseiten der von uns untersuchten Landesverbände (Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen) überwiegend unsichtbar.

Gründe für die geringe Sichtbarkeit der Parteiwebseiten könnten unter anderem die für Suchmaschinen schwer verständliche Codierung der Seiten, ein vor allem auf eine ansprechende Optik bedachtes Seitendesign sowie die mangelnde redaktionelle Betreuung der auf den Seiten angebotenen Inhalte sein.

Die Ergebnisse unserer Untersuchung dokumentieren wir ausfürlich unter Sichtbarkeitsreport.de.

[Update: 26 September 2011]
Die folgenden Beiträge beziehen sich auf den Report:

Anika Kreller (26 September 2011) ‘Die Unsichtbaren’ news.de.

Thorsten Stegemann (26 September 2011) ‘Webseiten der politischen Parteien sind unsichtbar’ Telepolis – heise online.

fgpk.de (13 September 2011) ‘Wie sichtbar sind die Websiten politischer Parteien für Suchmaschinen?’.

Philipp Albrecht (12 September 2011) ‘Was Parteien online verbessern können’ politik-digital.de.

Andreas Jungherr, David J. Ludwigs und Harald Schoen (12 September 2011) ‘Wie sichtbar sind die Webseiten politischer Parteien für Suchmaschinen?’ ZEIT Online: Zweitstimme.

Andreas Jungherr (12 September 2011)‘ Die Suchmaschinensichtbarkeit von Parteiwebseiten’ PolitCamp Blog.

re:publica XI: Politische Klicks

re:publica 11Nun ist die diesjährige Auflage der re:publica gekommen und gegangen. Begleitet wurde sie diesmal von heftiger Medienaufmerksamkeit und einer etwas bemüht scheinend Kontroverse um die Vereinsgründung der “Digitalen Gesellschaft” unter dem Vorsitz von Markus Beckedahl. Leider war dies dann auch schon das spannendste Thema der Konferenz.

Für mich war es dieses Jahr die erste re:publica, die ich besuchte. Mir fehlt also der Vergleich zu den Konferenzen der letzten Jahre. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Vorträge in diesem Jahr nur semispannend fand. Wenig Neues. Es scheint fast als hätte sich in den netzpolitischen Aufregungen von 2009 die Innovationsenergie des deutschsprachigen Netzes erst einmal für die folgenden Jahren verbrannt. Es müsste doch inzwischen möglich sein, über mehr zu sprechen als vermeintliche Revolutionen oder vermutete Potentiale diverser neuer oder weniger neuer Online-Dienste. So ganz allein scheine ich mit dieser Einschätzung nicht zu sein.

Andreas Jungherr auf der re:publica 2011
(cc) Jonas Fischer/re:publica

Am Donnerstag hielt ich einen Vortrag mit dem Titel “Politische Klicks: Nutzungsdynamik des deutschen E-Petitionssystems“. In dem Vortrag stellte ich die Ergebnisse einer Studie von Pascal Jürgens und mir zu Nutzerverhalten auf der E-Petitionsplattform des Deutschen Bundestags vor. Hier die Präsentation:

Wer an mehr Informationen zu der Untersuchung interessiert ist wird bei dem Open Access Journal Policy & Internet fündig. Dort haben Pascal Jürgens und ich die Ergebnisse ausführlich in dem Artikel “The Political Click: Political Participation through E-Petitions in Germany” dokumentiert.

The Internet in German Campaigns

Eva Schweitzer und Steffen Albrecht (Hrsg.): Das Internet im Wahlkampf: Analysen zur Bundestagswahl 2009

Just got news that Eva Schweitzer’s and Steffen Albrecht’s edited volume “Das Internet im Wahlkampf: Analysen zur Bundestagswahl 2009” is out. The book collects papers that address different aspects of the internet’s role in the campaign for the German general election of 2009. Pascal Jürgens and I contributed a paper on the use of Twitter during the campaign called “Wahlkampf vom Sofa aus: Twitter im Bundestagswahlkampf 2009″ [SpringerLink] [preprint in German].

The collection offers a broad perspective on the state of political internet use in Germany. It also contains interesting pieces by Steffen Albrecht who writes about blogs, Jesscia Kunert and Jan Schmidt who write about social networking sites, Thorsten Faas and Julia Partheymüller who write on political internet use in Germany, Thomas Roessing and Nicole Podschuweit who focus on political uses of Wikipedia, Christoph Bieber who comments on the role of online tools in the overall party campaigning strategies and Eva Schweitzer who focuses on political websites during the campaign. There are many other interesting articles in this collection so if you are interested in the topic be sure to check it out.

Guestpost for “Politik nach Zahlen” on Twitter Election Forecasts

With Pascal Jürgens [@pascal], and Harald Schoen I wrote a short blogpost for “Politik nach Zahlen“, a blog focused on empirical research on elections, hosted by the German newspaper Die Zeit. In “Twitterprognosen, oder: Warum die Piratenpartei beinahe die Wahl 2009 gewonnen hätte” we addressed the claim made by Andranik Tumasjan, Timm O. Sprenger, Philipp G. Sander, and Isabell M. Welpe in their paper “Predicting Elections with Twitter: What 140 Characters Reveal about Political Sentiment” presented at the AAAI Conference on Weblogs and Social Media, that Twitter would serve as a valuable instrument in forecasting election results. In their paper they found that the mentions of political parties on Twitter during a given time interval would closely mirror the election result. As the embedded diagram shows our results were not so encouraging.

More on that here.

Call for papers for next year’s ECPR general conference

For this year’s general conference of the ECPR in Reykjavik Darren Lilleker [@DrDGL] from the University of Bournemouth and I are hosting a panel on uses of social media in political campaigns. If you are interested in this topic and have some work done on it please consider reacting to this call for papers:

Supporter Networks, Blogs, Tweets, and YouTube Videos: Political Campaigns Online

Social media tools have become common features in election campaigns around the world. Still, their adoption varies from country to country and campaign to campaign. This offers a valuable opportunity for researchers interested in political communication and political campaigns. Campaigns exist in specific political, cultural and technological contexts. These contexts determine the way political actors use social media tools in their campaigns. By comparing online campaigns in different countries and of different political leanings we can learn more about the nature of political communication online independent of specific local contexts. To this end the panel “Supporter Networks, Blogs, Tweets, and YouTube Videos: Political Campaigns Online” invites papers that examine recent political campaigns and their use of online channels and social media tools in their specific political, cultural or technological contexts. Questions that might be addressed are: Which social media tools did the campaign in question choose to use and why? How were these decisions grounded, in specific local contexts or advice from international campaigning professionals? Did the campaign achieve its goals and how was this evaluated? From a methodological perspective we are open to different approaches, be it in the form of qualitative case studies, quantitative analysis or work based on the digital methods approach. Also we invite papers that connect specific campaigns to concepts from communication theory, be it for example a discussion in the context of professionalization, mobilization, the digital divide or political learning.