Tag Political Communication

Wirkung politischer Kommunikation: Ein Test politischer Informationsbriefe im Feldexperiment

(c) Konrad-Adenauer-Stiftung

(c) Konrad-Adenauer-Stiftung

Letztes Jahr hatte ich Gelegenheit, in einem Kooperationsprojekt in einem für mich neuen Forschungsfeld zu arbeiten: Der Wirkung politischer Kommunikation unter Feldbedingungen.

Gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall, dem Lehrstuhls für Politische Psychologie der Universität Mannheim und meiner Juniorprofessur für Social Science Data Collection and Analysis an der Universität Konstanz stellten wir uns die Frage ob und wie politische Informationsbriefe in Kampagnen wirken.

Gelingt es tatsächlich, Menschen von den Anliegen des Briefes zu überzeugen? Überzeuge ich tatsächlich Unentschlossene oder motiviere ich ohnehin schon überzeugte nur stärker? Kann ich Gegner überzeugen oder bestärke ich sie nur in ihrer Meinung? Diese Fragen testeten wir in einer Kombination aus Feld- und Fragebogenexperiment.

Kurz gesagt: Informationsbriefe wirken. Empfänger unterstützten TTIP nach Erhalt des Briefs stärker als gleichzeitig Befragte, die keinen Brief erhielten. Diese Wirkung lässt über Zeit nach war aber etwa zwei Wochen nach Erhalt des Briefes vorhanden. Kontrollierte Experimente bieten politischen Akteuren klaren Erkenntnisgewinn über die Wirkung ihrer gewählten Werkzeuge und erlauben so eine präzisere Steuerung von Kommunikation und Ressourcenverwendung in Kampagnen.

Im Rahmen der Internationalen Konferenz für Politische Kommunikation (IKPK 2016) der Konrad-Adenauer-Stiftung stellte ich einige vorläufige Zwischenergebnisse unserer Studie vor. Die Videoaufzeichnung der Präsentation gibt schon einmal einen ersten Einblick in unser Vorgehen und vorläufige Ergebnisse.

In einem Working Paper der Konrad-Adenauer-Stiftung stellen wir unser Forschungsdesign und erste Ergebnisse detaillierter vor. Alexander Wuttke bietet eine etwas methodisch konzentrierter Diskussion unsere Studie. Dies sind erst einmal vorläufige Ergebnisse unserer Untersuchung. In den kommenden Monaten werden wir deutlich tiefer in die Daten einsteigen und die Untersuchung und Ergebnisse detaillierter und präziser aufarbeiten. So, watch this space for more to come soon.

Working Paper

  • Randbemerkungen zur Rolle von “Filterblasen” in der politischen Meinungsbildung

    Das ausgehende Jahr 2016 sah viel Aufregung über vermeintliche Wirkungen des Internets in der politischen Meinungsbildung. Im Rahmen dieser Debatte hat mich der Tagesspiegel um meine Einschätzung zu Teilaspekten dieser Debatte gefragt.

    In Reaktion hierauf gab ich eine kurze Einschätzung zur aus meiner Sicht überschätzten Rolle von Filterblasen für politische Meinungsbildung:

    Das Verführerische und zugleich auch Gefährliche an der Filterblasen-These ist, dass sie versucht, über einen einfachen und intuitiven Mechanismus unliebsame politische Phänomene zu erklären. Wenn Algorithmen Verantwortung für politische Polarisierung, mangelnde Empathie oder zunehmende politische Radikalisierung tragen sollten, dann liegt es nahe, diese Algorithmen anzupassen, und sofort sind alle Probleme politischer Meinungsbildung durch das „richtige“ Design digitaler Dienste gelöst.

    (…)

    Wenn wir die tatsächliche Rolle des Internets im politischen Meinungsbildungsprozess verstehen wollen, hilft es wenig, einzelne technische Phänomene isoliert zu betrachten. Stattdessen ist die sorgfältige Untersuchung des Wechselspiels unterschiedlicher individueller, gesellschaftlicher, struktureller und technologischer Faktoren notwendig. Befunde solcher Untersuchungen werden zwar keine vergleichbar intuitiven und schlagzeilenfreundlichen Begriffe prägen wie den der Filterblase. Dafür versprechen sie aber tatsächliche Erkenntnisse über die Dynamik politischer Meinungsbildungsprozesse der Gegenwart.

    Beitrag

  • Forschungsaktivität zur Rolle des Internet in der politischen Kommunikation

    Die Rolle des Internets in der politischen Kommunikation ist eine Schlüsselfrage moderner Kampagnenführung und der Bildung öffentlicher Meinung. Internationale Kampagnen und Politiker müssen sich die grundsätzliche Frage stellen, welche digitalen Werkzeuge sie wie in ihre Kampagnen einbinden, wie sie digitale Kommunikation für die Darstellung und Vermittlung ihrer Politik oder ihrer Wahlkampfbotschaften nutzen können und wie sie ihre Organisationsstrukturen den Möglichkeiten und Anforderungen der Digitalisierung anpassen können. Zusätzlich gehören internetbasierte Dienste zu den wichtigsten Vermittlern politischer Information. Sie sind das Tor, durch das immer mehr Menschen politische Informationen bewusst selektieren oder durch das sie zufällig auf diese stoßen. Das Internet und digitale Dienste sind also Kernelemente politischer Kommunikation unserer Zeit. Wie spiegelt sich diese zentrale Bedeutung in den damit befassten wissenschaftlichen Feldern der Politik- und Kommunikationswissenschaft?

    Um einen Eindruck der Rolle des Internets in der politischen Kommunikation in den zentralen Debatten der Politik- und Kommunikationswissenschaft zu gewinnen, habe ich mit einer wissenschaftlichen Hilfskraft thematisch relevante Artikel und Buchbesprechungen in zentralen Zeitschriften der beiden Fächer gesammelt. Hierfür haben wir die Archive von 25 zentralen Zeitschriften der Politik- und Kommunikationswissenschaft auf Artikel und Buchreviews zum Thema Nutzung des Internets und digitaler Werkzeuge in der politischen Kommunikation und in Wahlkämpfen durchsucht.

    Bei der Auswahl relevanter Zeitschriften nutzten wir das ISI Web of Knowledge und den dort ausgewiesenen Impact Faktor für Zeitschriften für das Jahr 2014. Aus den Kategorien Politik- und Kommunikationswissenschaft identifizierten wir jeweils die 20 am besten gerankten Zeitschriften nach ihrem Impact Faktor im Jahr 2014 und dem für dasselbe Jahr ausgewiesenen Fünfjahres Impact Faktor. Der Impact Faktor ist ein umstrittener Wert in der Einschätzung des Einflusses von Zeitschriften. Dennoch bietet er für die Untersuchung der Frage nach der Zahl themenrelevanter Artikel und Buchbesprechungen in zentralen Publikationsorganen der Politik- und Kommunikationswissenschaft ein inhaltlich überzeugendes und transparentes Entscheidungskriterium für die Wahl relevanter Publikationen. Für die hier dargestellte Analyse wurden alle Hefte der ausgewählten Zeitschriften berücksichtigt, die von Anfang 1990 bis Mitte August 2016 veröffentlicht wurden. Tabelle 1 zeigt einen Überblick über die berücksichtigten Zeitschriften und die jeweils berücksichtigten Ausgaben.

    Title Erste Ausgabe Letzte Ausgabe
    African Affairs 1990: 89(354) 2016: 115(460)
    American Journal of Political Science 1990: 34(1) 2016: 60(3)
    American Political Science Review 1990: 84(1) 2016: 110(2)
    Annual Review of Political Science 1998: 1 2016: 18
    British Journal of Political Science 1990: 20(1) 2016: 46(3)
    Communication Research 1990: 17(1) 2016: 43(6)
    Communication Theory 1991: 1(1) 2016: 26(3)
    Comparative Political Studies 1990: 22(1) 2016: 49(9)
    European Journal of Political Research 1990: 18(1) 2016: 55(3)
    Information Communication & Society 1998: 1(1) 2016: 19(10)
    International Journal of Press/Politics 1996: 1(1) 2016: 21(3)
    Journal of Broadcasting & Electronic Media 1990: 43(1) 2016: 60(2)
    Journal of Communication 1990: 40(1) 2016: 66(4)
    Journal of Computer-Mediated Communication 1995: 1(1) 2016: 21(4)
    Journal of Politics 1990: 52(1) 2016: 78(3)
    New Media & Society 1999: 1(1) 2016: 18(7)
    Party Politics 1995: 1(1) 2016: 22(4)
    Perspectives on Politics 2003: 1(1) 2016: 14(2)
    Political Behavior 1990: 12(1) 2016: 38(3)
    Political Communication 1990: 7(1) 2016: 33(3)
    Political Psychology 1997: 18(1) 2016: 37(4)
    Politics & Society 1990: 18(1) 2016: 44(3)
    Politische Vierteljahresschrift 2000: 41(1) 2016: 57(2)
    Public Opinion Quarterly 1990: 54(1) 2016: 80(2)
    Publizistik 2000: 45(1) 2016: 61(3)

    Tabelle 1: Berücksichtigte Journale

    Die Identifizierung relevanter Artikel lief in drei Schritten ab. In einem ersten Schritt durchsuchte eine wissenschaftliche Hilfskraft die online verfügbaren Inhaltsverzeichnisse der 25 relevanten Zeitschriften und wählte jeden Artikel und jede Buchbesprechung aus, die ihr thematisch relevant erschienen. In einem zweiten Schritt durchsuchte ich über die Suchmasken der Zeitschrift-Archive nach Artikeln, die im Titel oder im Abstract einen aus einer Reihe von thematisch relevanten Begriffen verwendeten. Für diese Suche verwendete ich die folgenden Begriffe und Wortstämme in einer Booleschen Suche: internet OR blog OR website* OR facebook OR twitter OR weblog* OR digital OR email* OR e-mail*. Die auf diese beiden Schritte hin identifizierten Artikel und Besprechungen untersuchte ich in einem letzten Schritt noch einmal auf ihre thematische Relevanz.

    Hierbei identifizierten wir 238 thematisch relevante Artikel und 78 besprochene Bücher mit thematischer Relevanz. Die so identifizierten Artikel und Bücher bilden zwar bei weitem nicht alle relevanten und einflussreichen Texte mit Themenbezug ab. Dennoch ist dieses Vorgehen gut geeignet, einen ersten Blick auf die Stellung des Themenkomplexes in zentralen Zeitschriften der Politik- und Kommunikationswissenschaft und dessen zeitliche Entwicklung zu geben.

    Zahl wissenschaftlicher Artikel zur Rolle des Internets in der Politischen Kommunikation

    Abbildung 1: Zahl Artikel pro Jahr (n=238)

    Abbildung 1 zeigt die Zahl thematisch relevanter Artikel, die in den ausgewählten Zeitschriften von 1996 bis August 2015 veröffentlicht wurden. Die Jahre von 1990 bis 1995 wurden zwar in der Recherche berücksichtigt, aber nicht ausgewiesen, da in diesem Zeitraum in den betrachteten Zeitschriften keine thematisch relevanten Artikel erschienen. Wir sehen, dass von 1996 bis 1999 jährlich nur ein bis zwei thematisch relevante Artikel erschienen. Zwischen 2000 und 2008 stieg die jährliche Zahl der Artikel auf zwischen 5 und 10. Von 2009 an haben wir einen stetig steigenden Trend, der seit 2015 bei knapp über 30 thematisch relevanten Artikeln im Jahr vorläufig gipfelt. Dieser Anstieg verläuft in etwa parallel zur stetig zentraler werdenden Rolle des Internets in der politischen Kommunikation. Alternativ kann er aber auch als Konsequenz des Auftretens thematisch auf das Internet konzentrierter Zeitschriften, wie zum Beispiel des Journal of Computer-Mediated Communication, New Media & Society oder Information, Communication & Society, gelesen werden. Dies wird dadurch gestützt, dass diese Zeitschriften in den letzten Jahren die Zahl ihrer Ausgaben pro Jahr von vier auf sechs bzw. von acht auf zwölf erhöht haben. Damit ist der verfügbare Raum für Publikationen mit einem Schwerpunkt auf Onlinekommunikation sprunghaft gestiegen. Auch dies spricht für die gesteigerte wissenschaftliche Bedeutung des Themas.

    Zahl Bücher zur Rolle des Internets in der politischen Kommunikation

    Abbildung 2: Zahl besprochene Bücher pro Jahr (n=78)

    Im Kontrast hierzu bleibt die Zahl der jährlich besprochenen Bücher relativ konstant. Abbildung 2 zeigt zwar auch Schwankungen in der Zahl jährlich besprochener Bücher, aber ein klarer Trend lässt sich hier nicht ablesen. Auch hier wurden die Jahre von 1990 bis 1995 in der Recherche berücksichtigt, aber nicht ausgewiesen, da in diesem Zeitraum in den betrachteten Zeitschriften keine thematisch relevanten Bücher besprochen wurden. Von 1999 an wurden jährlich etwa vier bis acht thematisch relevante Bücher besprochen. Im Gegensatz zu thematisch relevanten Artikeln findet sich hierbei kein eindeutiger Wachstumstrend.

    Zahl wissenschaftlicher Artikel zur Rolle des Internets in der politischen Kommunikation je Zeitschrift

    Abbildung 3: Artikel pro Zeitschrift (n=238)

    Abbildung 3 zeigt die Zahl der thematisch relevanter Artikel, die auf die einzelnen Zeitschriften entfiel. Hier sehen wir sofort, dass es sich um eine massiv verzerrte Verteilung handelt. Fast die Hälfte aller relevanter Artikel entfällt auf nur drei Zeitschriften—New Media & Society, Information, Communication & Society und Journal of Computer-Mediated Communication, bei denen es sich um Zeitschriften mit dem thematischen Schwerpunkt Onlinekommunikation handelt. Traditionelle kommunikationswissenschaftliche Zeitschriften—Political Communication, The International Journal of Press/Politics und Journal of Communication—steuern fast ein weiteres Drittel der relevanten Artikel bei. Politikwissenschaftliche Zeitschriften scheinen die Rolle des Internets in der politischen Kommunikation jedoch weitgehend zu ignorieren—hier stellt Party Politics eine leichte Ausnahme dar.

    Als Fazit dieser Betrachtung können wir festhalten, dass die Rolle des Internets in der politischen Kommunikation über die letzten Jahre in zentralen Zeitschriften der Kommunikationswissenschaft verstärkt untersucht wird. Dieser Anstieg wird jedoch überwiegend durch Artikel in thematisch auf Onlinekommunikation konzentrierten Zeitschriften getragen. Dennoch zeigen auch traditionelle kommunikationswissenschaftliche Zeitschriften Interesse an dem Themenkomplex. Für die Politikwissenschaft muss allerdings festgestellt werden, dass die Rolle des Internets in der politischen Kommunikation weitgehend ignoriert wird. Ein möglicher Grund hierfür ist unter Umständen das generell schwache Interesse der zeitgenössischen Politikwissenschaft an politischer Kommunikation und mangelnde konzeptionelle Arbeit, die die Nutzung des Internets und digitaler Werkzeuge an aktuelle Themenkomplexe der Politikwissenschaft knüpft.

    Syllabus: Conceptualizing and Measuring Effects of Political Communication in International Comparison

    This upcoming semester in Konstanz, I will be taking my political communication course for another spin. In Konstanz, I will focus the course more strongly on the conceptual and comparative aspects of political communication research. Also, I slightly redesigned the syllabus to account for some of the current concerns in the field.

    The course starts with introducing students to central issues of comparative research and conceptualization. Following this, we will discuss central ideas on how and why people are using media. Here, we will focus on the uses & gratifications approach, selective exposure and potentially resulting political polarization, and the two step flow of communication and opinion leaders. Building on this, we will discuss a small selection of central models of potential communication effects. Here we will focus on agenda setting, framing effects, cultivation, and the spiral of silence. The course will close with a discussion of a small selection of prominent research areas of political communication research: media frames, the connection between media systems and political knowledge, election campaigns, and mobilization and persuasion.

    Let me know if you feel I am missing something!

    Interview: WDR 5 Töne, Texte, Bilder – Twitter ist keine Glaskugel

    Anlässlich der Twitter-Studie für die Konrad-Adenauer Stiftung sprach ich am Samstag mit Anja Backhaus vom Medienmagazin des WDR 5. In dem Interview geht es um die Nutzung von Twitter und digitalen Spurendaten in der politischen Kommunikation.

    Andreas Jungherr im Interview mit Anja Backhaus: Twitter ist keine Glaskugel WDR 5 Töne, Texte, Bilder – Das Medienmagazin. 02/07/2016.

    Twitter als Informationsquelle politischer Information

    Heute veröffentlicht die Konrad-Adenauer Stiftung im Rahmen einer Podiumsdiskussion ein gemeinsames Diskussionspapier von Harald Schoen, Ralf Güldenzopf und mir in dem wir uns die Frage stellen ob und in welchen Kontexten Twitter-Daten wertvolle Informationen für die politische Kommunikation bieten.

    Mit dem Papier reagieren wir auf aktuelle Trends in der politischen Berichterstattung und politischen Kampagnenführung, verstärkt unterschiedliche Social-Media Kanäle als Quelle informeller Meinungsbilder heranzuziehen. Besonders der Microblogging Dienst Twitter hat sich hierfür zu einer prominenten Quelle entwickelt. Zusätzlich geistert im Vorfeld von Wahlen verstärkt die Behauptung durch Medien und Öffentlichkeit man könne anhand von Twitter-Daten Wahlen vorhersagen.

    Gegeben der zunehmenden Prominenz dieser Behauptung und der zunehmenden Integration von Twitter in der politischen Berichterstattung haben wir uns im Rahmen des Papiers die Aufgabe gestellt, dieses vermutete Potential Twitters politische Phänomene abzubilden zu testen. Hierbei konzentrierten wir uns auf drei Fragen:

    1. Erlaubt Twitter die Erstellung korrekter Wahlprognosen oder aktueller politischer Meinungsbilder?

    2. Bilden Themen in politikbezogenen Twitter-Nachrichten zutreffend die politische Themen-Agenda ab?

    3. Erlauben Schwankungen im täglichen Volumen politikbezogener Twitter-Nachrichten zutreffenden Identifikation politisch relevanter Ereignisse im Verlauf einer Kampagne?

    1. Wahlprognosen

    Wahlprognosen auf Basis von Parteinennungen auf Twitter

    Wahlprognosen auf Basis von Parteinennungen auf Twitter

    Die vorangestellte Abbildung zeigt deutlich, dass Twitter-basierte Vorhersagen des Wahlergebnisses 2013 der wichtigsten Parteien überwiegend nicht ins Schwarze trafen. Hier vergleichen wir die Stimmanteile der acht größten deutschen Parteien mit den Anteilen ihrer Nennungen auf Twitter, sei es in Worten oder in Hashtags.

    Twitter-basierter Prognosen unterschätzen den Stimmanteil der großen Parteien CDU und SPD und überschätzen die kleinen Parteien FDP, Piraten und AfD. Das hat unterschiedliche Gründe. Die FDP erhielt den Großteil ihrer Nennungen auf Twitter in der letzten Woche der Kampagne. Am 15.9.2013, also eine Woche vor der Bundestagswahl, fand in Bayern die Landtagswahl statt, bei der es der FDP nicht gelang, die Fünfprozenthürde zu überspringen und damit in den Landtag einzuziehen. Vom Wahlabend an stiegen die Nennungen der FDP deutlich im Vergleich zu dem Zeitraum vor der bayerischen Landtagswahl. Dieses Nachrichtenvolumen wurde hauptsächlich von Spekulationen und Spott über die Frage getrieben, ob die FDP auch bei der kommenden Bundestagswahl an der Fünfprozenthürde scheitern würde.

    Betrachtet man die Nennungen der Piraten, wird deutlich, dass sich die Zahl der Nennungen im gesamten Kampagnenverlauf auf einem höheren Niveau bewegte als die Nennungen anderer Parteien. Dies wird bei Hashtagnennungen der Parteien besonders deutlich. Die Prominenz der Piraten auf Twitter scheint also unabhängig von spezifischen Anlässen wie Medienereignissen oder Kontroversen zu sein. Die Häufigkeit ihrer Nennungen ist höchst wahrscheinlich der starken Überrepräsentation von Piratenanhängern im Jahr 2013 auf Twitter im Vergleich zu den Anhängern anderer Parteien geschuldet. Die Erklärung der relativen Stärke der AfD lässt sich nicht im Zeitverlauf ihrer Nennungen finden. Stattdessen müssen wir uns hier die Nachrichten im Detail ansehen. Dabei zeigt sich, dass die Nennungen von einem sehr aktiven Unterstützerkern getrieben werden, die Partei aber auch sehr starke und kontinuierliche negative Reaktionen auf sich zog.

    Schwächen Twitter-basierter Prognosen wurden also durch zwei unterschiedliche Gründe verursacht. Nennungen von Parteien folgten Aufmerksamkeitsschwankungen, die auf politische Ereignisse und Kontroversen reagierten (FDP, AfD), und spiegelten die überproportionale Präsenz und Aktivität von Unterstützern bestimmter Parteien (Piraten, AfD) wider. Keine dieser Ursachen ist systematisch mit Schwankungen in Wahlabsichten oder politischer Unterstützung verbunden. Dies zeigt ein Vergleich der Dynamik der Nennungen von Parteien auf Twitter und der Dynamik ihrer Umfrageergebnisse.

    2. Twitter Agenda

    Prominente Themen in politischen Twitter-Nachrichten im Vergleich der öffentlichen Agenda und der politischen Bericherstattung

    Prominente Themen in politischen Twitter-Nachrichten im Vergleich der öffentlichen Agenda und der politischen Bericherstattung

    Der direkte Vergleich zwischen den zehn prominentesten Themen über die vier verglichenen Agenden in der vorangestellten Abbildung zeigt viel Variation. Die öffentliche Agenda wird von Sorgen über Finanz- und Euro-Krisen, Arbeitslosigkeit, das Bildungssystem und Arbeitsmarktpolitik dominiert. Im Kontrast hierzu wird die Zeitungs-Agenda von der Berichterstattung über die NSA-Affäre, verschiedene internationale Krisen, die Finanz- und Euro-Krisen und Deutschlands Energieversorgung beherrscht. Auf der Fernsehagenda stehen dagegen internationale Krisen und der NSA-Skandal im Mittelpunkt, gefolgt von Verkehrs- und Verteidigungspolitik. Die Twitter-Agenda ist fokussiert auf den NSA-Skandal und Themen in Zusammenhang mit Vorratsdatenspeicherung, Datenschutz und Privatsphäre sowie Innenpolitik im Allgemeinen. Es fällt zudem ins Auge, dass die Twitter-Agenda deutlich konzentrierter ist als die anderen Themen-Agenden. 37,8% aller Nennungen auf Twitter entfielen auf den NSA-Skandal. Betrachten wir alle internetbezogenen Themen auf Twitter, entfällt fast die Hälfte aller Nennungen auf sie. Dies stützt die Interpretation, dass Twitter-Daten politische Realität widerspiegeln, dies allerdings gefiltert durch die Interessen politisch lautstarker Twitter-Nutzer.

    3. Ereignisse

    Tägliche Schwankungen im Volumen politisch relevanter Twitter-Nachrichten

    Tägliche Schwankungen im Volumen politisch relevanter Twitter-Nachrichten

    Die vorangehende Abbildung zeigt das tägliche Volumen von politisch relevanten Twitter-Nachrichten. Die Abbildung verdeutlicht, dass das Volumen politikbezogener Tweets an bestimmten Tagen deutlich von dem Volumen an den meisten anderen und insoweit „normalen“ Tagen abweicht. An diesen Tagen waren politischer Ereignisse oder Akteure deutlich stärker im Fokus der Aufmerksamkeit von Twitter-Nutzern als an anderen Tagen. Welche Ereignisse führten zu diesen Aufmerksamkeitsgipfeln?

    Die Ereignisse, die zu Spitzenwerten politikbezogener Tweets führten, waren hauptsächlich Medienereignisse oder durch Medien ausgelöste Ereignisse. Besonders deutliche Spitzen wurden von der Fernsehdebatte der Kanzlerkandidaten und der medialen Berichterstattung an Wahlabenden ausgelöst. Während fast alle Spitzenwerte auf politisch relevante Ereignisse deuteten, so führten doch bei weitem nicht alle relevanten Ereignisse der Kampagne zu solchen Spitzen. Eine Vielzahl unabhängiger Ereignisse, Kontroversen und Kampagnenaktivitäten im Verlauf der Kampagne führten jedoch nicht zu sichtbaren Veränderungen im Volumen politikbezogener Twitter-Nachrichten.

    Fazit:
    In Bezug auf unsere eingangs gestellten Fragen sind unsere Ergebnisse also eher entmutigend. Weder erlaubten Twitter-Daten die Erstellung korrekter Wahlprognosen oder Meinungsbilder, noch die Identifizierung für die Bevölkerung relevanter politischer Themen oder die zuverlässige Identifikation relevanter Kampagnenereignissen.

    Wir hoffen, mit dem Papier einen kleinen Dämpfer auf allzu enthusiastische Hoffnungen zu setzen, die zunehmend an die Nutzung digitaler Spurendaten in der politischen Kommunikation geknüpft werden. Es ist nicht so, dass wir glauben, die Analyse von Social-Media Daten enthalte keine wertvollen Informationen–im Gegenteil–allerdings glauben wir, dass wir momentan überwiegend Fragen an diese Daten stellen, die sie realistischer Weise nicht beantworten können:

    Die Aussagekraft von Twitter als Informationsquelle über politische Phänomene hängt stark vom Erkenntnisinteresse ab. Politiker, Berater, Journalisten und Wissenschaftler, die in Twitter gleichsam eine Glaskugel zukünftiger politischer Geschehnisse sehen, werden notwendigerweise enttäuscht. Zu weit entfernt ist die Veröffentlichung eines Tweets von individuellen Wahlabsichten, als dass hier eine stabile und in Prognosen belastbare Beziehung zu erwarten wäre. Im Unterschied dazu erwächst Twitter ein Erkenntnispotential aus den täglichen Schwankungen in der politischen Aufmerksamkeit seiner Nutzer: Welche Themen, Akteure oder Inhalte binden wann die Aufmerksamkeit von sich zu Politik äußernden Twitter-Nutzern? Dies sind für Wissenschaftler offensichtlich interessante Fragen – Fragen, deren Bearbeitung zurzeit jedoch zu Gunsten des unrealistischen, aber einfach zu verfolgenden Ziels der Wahlvorhersage noch vernachlässigt werden, die jedoch das eigentliche wissenschaftliche Erkenntnispotential von Twitter-Daten bilden.

    Auch Politikern und Journalisten versprechen Twitter-Daten wertvolle Erkenntnisse. Entscheidend ist jedoch auch für sie, dass sie sich von unrealistischen Erkenntniszielen lösen und stattdessen Antworten auf Fragen suchen, die Twitters datengenerierenden Prozess entsprechen. Dies betrifft am offensichtlichsten die Erwartung, dass Twitter-Daten die Erstellung von politischen Meinungsbildern ermöglichen. Sowohl das Auszählen einfacher Nennungen politischer Akteure in Twitter-Nachrichten als auch die Nutzung unterschiedlicher Verfahren der Sentiment-Analyse eröffnet keine systematischen Rückschlussmöglichkeiten auf öffentliche Meinung oder zukünftiges Wahlverhalten (Jungherr et al., 2016). Die Verwendung solcher Analysen in der Kampagnenplanung und -evaluation oder der politischen Berichterstattung ist also bestenfalls wenig mehr als eine Spielerei, im schlechteren Fall ein irreführendes Störsignal in der Entscheidungsfindung – vergleichbar mit dem wenig repräsentativen Stimmungstest am Stammtisch. Das heißt jedoch nicht, dass Twitter-Daten keine Erkenntnisse bereithalten. Eine Möglichkeit besteht darin, in Twitter-Nachrichten keine repräsentativen Meinungsbilder zu suchen, sondern Twitter-Nachrichten wie Äußerungen von Fokusgruppen zu betrachten.

    Studie:
    Andreas Jungherr, Harald Schoen und Ralf Güldenzopf. 2016. Twitter als politische Informationsquelle. Berlin: Konrad-Adenauer Stiftung. [pdf]

    Weiterführende Texte:
    Die in dem Papier durchgeführten Analysen basieren auf einer Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten, die wir über die letzten Jahre durchgeführt haben. Wer an einer Vertiefung der hier angerissenen Themen interessiert ist sei auf die folgenden Texte verwiesen:

    Andreas Jungherr, Harald Schoen, and Pascal Jürgens. 2016. The mediation of politics through Twitter: An analysis of messages posted during the campaign for the German federal election 2013. Journal of Computer-Mediated Communication. 21(1): 50-68. doi: 10.1111/jcc4.12143

    Andreas Jungherr, Harald Schoen, Oliver Posegga, and Pascal Jürgens. 2016. Digital Trace Data in the Study of Public Opinion: An Indicator of Attention Toward Politics Rather Than Political Support. Social Science Computer Review. (Online First). doi: 10.1177/0894439316631043 [Online Appendix]

    Andreas Jungherr. 2015. Analyzing Political Communication with Digital Trace Data: The Role of Twitter Messages in Social Science Research. Cham: Springer. [Springer Link] [amazon.de].

    Medienecho:

    Syllabus: The Internet in Political Communication (Spring 2016)

    This spring semester at Mannheim I am teaching an updated version of my course on the internet in the context of political communication. Here is the syllabus. In the readings you will find quite a few of the usual suspects but I also hope to have included some texts that offer interesting perspectives but are surprisingly seldom read. Still, this is very much a work in progress. Please get in touch in case you feel I have missed out on key topics or readings.

    Background readings
    Basbøll, T. Research as a Second Language.
    Chadwick, A. 2006. Internet Politics: States, Citizens, and New Communication Technologies. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.
    Chadwick, A. & P. N. Howard (Eds.). 2009. The Routledge Handbook of Internet Politics. New York, NY et al.: Routledge.
    Jungherr, A. & H. Schoen. 2013. Das Internet in Wahlkämpfen: Konzepte, Wirkungen und Kampagnenfunktionen. Wiesbaden, DE: Springer VS.
    Perloff, R. M. 2014. The Dynamics of Political Communication: Media and Politics in a Digital Age. New York, NY: Routledge.
    Reynolds, G. 2012. Presentation Zen: Simple Ideas on Presentation Design and Delivery. 2. ed. Berkeley, CA: New Riders.
    Stromer-Galley, J. 2014. Presidential Campaigning in the Internet Age. Oxford, UK: Oxford University Press.

    What is the internet? Stages in its technological and ideological development
    Mandatory readings
    Jungherr, A. & H. Schoen. 2013. “Technische Entwicklung und gesellschaftliche Erwartungen: Eine kurze politische Ideengeschichte des Internets”. Das Internet in Wahlkämpfen: Konzepte, Wirkungen und Kampagnenfunktionen, 11-35. Wiesbaden, DE: Springer VS.
    Optional readings
    Abbate, J. 1999. Inventing the Internet. Cambridge, MA: The MIT Press.
    Dreyfus, H. L. 2009. On the Internet. 2nd ed. Oxon, UK: Routledge.
    Isaacson, W. 2014. “Ch 7: The Internet” & “Ch 10: Online” & “Ch 11: The Web”. The Innovators: How a Group of Hackers, Geniuses, and Geeks Created the Digital Revolution, 217-262 & 383-404 & 405-466. New York, NY et al.: Simon & Schuster.
    Turner, F. 2006. From Counterculture to Cyberculture: Stewart Brand, the Whole Earth Network, and the Rise of Digital Utopianism. Chicago, IL et al.: The University of Chicago Press.

    Political Expectations and the Internet
    The internet: expectations of political change
    Mandatory readings
    Neuman, W. R., B. Bimber & M. Hindman. 2011. “The Internet and Four Dimensions of Citizenship”. In: The Oxford Handbook of American Public Opinion and the Media, Eds. R. Y. Shapiro & L. R. Jacobs, 22-42. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.

    Optional readings
    Benkler, Y. 2006. The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom. New Haven, CT et al.: Yale University Press.
    Farrell, H. 2012. “The Consequences of the Internet for Politics.” Annual Review of Political Science 15: 35-52.
    Wilhelm, A. G. 2000. Democracy in the Digital Age: Challenges to Political Life in Cyberspace. New York, NY et al.: Routledge.

    Presentations
    Freelon, D. 2010. “Analyzing online political discussion using three models of democratic communication”. New Media & Society 12(7): 1172-1190.
    Karpf, D. 2011. “Open Source Political Community Development: A Five Stage Adoption Process”. Journal of Information Technology & Politics 8(3): 323-345.
    Kreiss, D., M. Finn & F. Turner. 2010. “The limits of peer production: Some reminders from Max Weber for the network society”. New Media & Society 13(2): 243-259.

    Political Uses of the Internet: Empirical Patterns
    Mandatory readings
    Vaccari, C. 2013. “Ch 9: Online Political Information in Seven Countries” & “Ch 10: Socioeconomic Inequalities and Online Political Information” & “Ch 11: Political Attitudes and Online Information” & “Ch 12: Political Engagement, Mass Media Use, and Online Information”. Digital Politics in Western Democracies: A Comparative Study, 131-137 & 138-152 & 153-175 & 176-189. Baltimore, MD: Johns Hopkins University Press.

    Optional readings
    Anduiza, E., M. J. Jensen, & L. Jorba (Eds.). 2012. Digital Media and Political Engagement Worldwide: A Comparative Study. Cambridge, MA: Cambridge University Press.

    Presentations
    Copeland, L. & B. Bimber. 2015. “Variation in the Relationship Between Digital Media Use and Political Participation in U.S. Elections Over Time, 1996–2012: Does Obama’s Reelection Change the Picture?” Journal of Information Technology & Politics 12(1): 74-87.
    Gil de Zúñiga, H., Molyneux, L., and Zheng, P. (2014). “Social media, political expression and political participation: Panel analysis of lagged and concurrent relationships.” Journal of Communication 64(4): 612-634.
    Schlozman, K. L., S. Verba, & H. E. Brady. 2010. “Weapon of the Strong? Participatory Inequality and the Internet.” Perspectives on Politics 8(2): 487-509.

    The Use of Websites by Parties
    Mandatory readings
    Vaccari, C. 2013. “Ch 5: Structures and Features of Political Websites” & “Ch 6: Disparities in Political Websites” & “Ch 7: Party Characteristics and Their Online Presence” & “Ch 8: What Drives the Online Presence of Parties and Candiates”. Digital Politics in Western Democracies: A Comparative Study, 69-86 & 87-97 & 98-110 & 111-130. Baltimore, MD: Johns Hopkins University Press.

    Optional readings
    Bimber, B. & R. Davis. 2003. Campaigning Online: The Internet in U.S. Elections. Oxford, UK: Oxford University Press.
    Kluver, R., N. W. Jankowski, K. A. Foot, & S. M. Schneider (Eds.). 2007. The Internet and National Elections: A Comparative Study of Web Campaigning. New York, NY: Routledge.

    Presentations
    Kruikemeier, S., A. P. Aparaschivei, H. G. Boomgaarden, G. Van Noort, & R. Vliegenthart. 2015. “Party and Candidate Websites: A Comparative Explanatory Analysis”. Mass Communication and Society 18(6): 821-850.
    Lilleker, D. G., K. Koc-Michalska, E. J. Schweitzer, M. Jacunski, N. Jackson, & T. Vedel. 2011. Informing, engaging, mobilizing or interacting: Searching for a European model of web campaigning. European Journal of Communication 26(3): 195–213.

    Digital Tools as Integrated Elements of Campaign Organizations
    Mandatory readings
    Kreiss, D. 2012. “Ch 5: Organisation the Obama Campaign”. Taking Our Country Back: The Crafting of Networked Politics from Howard Dean to Barack Obama, 121-154. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.

    Optional readings
    Earl, J. & R. Kimport. 2011. Digitally enabled social change. Cambridge, MA: MIT Press.

    Presentations
    Bimber, B., A. J. Flanagin, & C. Stohl. 2012. “Ch 4: The American Legion, AARP, and MoveOn in Collective Action Space”. Collective action in organizations: Interaction and engagement in an era of technological change. Cambridge, MA: Cambridge University Press.

    The internet as tool for coordination and as a resource
    Mandatory readings
    Hindman, M. 2005. “The Real Lessons of Howard Dean: Reflections on the First Digital Campaign”. Perspectives on Politics 3(1): 121-128.

    Optional readings
    Bimber, B. 2003. Information and American Democracy: Technology in the Evolution of Political Power. Cambridge, MA: Cambridge University Press.
    Nielsen, R. K. 2011. “Mundane Internet Tools, Mobilizing Practices, and the Coproduction of Citizenship in Political Campaigns.” New Media & Society 13(5): 755-771.
    Nielsen, R. K. 2012. Ground Wars: Personalized Communication in Political Campaigns. Princeton, NJ: Princeton University Press.

    Presentations
    Karpf, D. 2012. “Ch 1: The New Generation of Political Advocacy Groups” & “Ch 7: Innovation Edges, Advocacy Inflation, and Sedimentary Organizations”. The MoveOn Effect: The Unexpected Transformation of American Political Advocacy, 3-21 & 156-172. Oxford, UK, et al.: Oxford University Press.
    McKenna, E. & Han, H. 2015. “Ch 4: Building Depth by Investing in Relationships” & “Ch 5: Creating a Structure to Share Responsibility: Neighborhood Teams” & “Ch 6 Using Metrics to Get to Scale”. Groundbreakers: How Obama’s 2.2 Million Volunteers Transformed Campaigning in America, 89-129 & 130-152 & 153-182. Oxford, UK: Oxford University Press.

    Data driven Campaigning
    Mandatory readings
    Nickerson, D. W. & T. Rogers. 2014. “Political Campaigns and Big Data”. Journal of Economic Perspectives 28(2): 51–74.
    Howard, P. N. 2006. New Media Campaigns and the Managed Citizen. New York, NY: Cambridge University Press.

    Optional readings
    Issenberg, S. 2012. The Victory Lab: The Secret Science of Winning Campaigns. New York, NY: Broadway Books.
    Sides, J. & L. Vavreck. 2014. “Obama’s Not-So-Big Data”. Pacific Standard (January 21).

    Presentations
    Hersh, E. D. 2015. “Ch 2: The Perceived Voter Model”. Hacking the Electorate: How Campaigns Perceive Voters, 24-44. Cambridge, MA: Cambridge University Press.

    Symbolic uses of the internet in campaigns
    Mandatory readings
    Kreiss, D. 2012. “Acting in the Public Sphere: The 2008 Obama Campaign’s Strategic Use of New Media to Shape Narratives of the Presidential Race.” Media, Movements, and Political Change 33: 195-223.

    Optional readings
    Alexander, J.C. 2010. The Performance of Politics: Obama’s Victory and the Democratic Struggle for Power. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.
    Chadwick, A. 2013. “Symphonic Consonance in Campaign Communication: Reinterpreting Obama for America”. The Hybrid Media System: Politics and Power, 113-136. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.
    Stromer-Galley, J. 2000. “On-Line Interaction and Why Candidates Avoid it”. Journal of Communication 50(4): 111-132.

    Presentations
    Kreiss, D. 2011. “Open Source as Practice and Ideology: The Origin of Howard Dean’s Innovations in Electoral Politics.” Journal of Information Technology & Politics 8(3): 367-382.
    Kreiss, D. 2014. “Seizing the Moment: The Presidential Campaigns’ Use of Twitter During the 2012 Electoral Cycle”. New Media & Society (Online First).
    Stromer-Galley, J. & A. B. Baker. 2006. “Joy and Sorrow of Interactivity on the Campaign Trail: Blogs in the Primary Campaign of Howard Dean.” In: The Internet Election: Perspectives on the Web in Campaign 2004, Eds. A. P. Williams & J. C. Tedesco. Lanham, MD et al.: Rowman & Littlefield Publishers.

    The interaction between online communication and political media coverage
    Mandatory readings
    Chadwick, A. 2011. “Britain’s First Live Televised Party Leaders’ Debate: From the News Cycle to the Political Information Cycle”. Parliamentary Affairs 64(1): 24-44.

    Optional readings
    Chadwick, A. 2013. The Hybrid Media System: Politics and Power. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.

    Presentations
    Anstead, N. & B. O’Loughlin. 2014. “Social Media Analysis and Public Opinion: The 2010 UK General Election”. Journal of Computer-Mediated Communication 20(2): 204–220.
    Jungherr, A. 2014. “The logic of political coverage on Twitter: Temporal dynamics and content.” Journal of Communication 64(2): 239-259.
    Neuman, W. R., L. Guggenheim, S. M. Jang, & S. Y. & Bae. 2014. “The Dynamics of Public Attention: Agenda-Setting Theory Meets Big Data”. Journal of Communication 64(2): 193–214.

    Echo chamber or marketplace of ideas
    Mandatory readings
    Scheufele, D. A. & M. C. Nisbet. 2012. Commentary: Online News and the Demise of Political Disagreement. Communication Yearbook 36: 45-51.

    Optional readings
    McPherson, M., L. Smith-Lovin & J. M. Cook. 2001. “Birds of a Feather: Homophily in Social Networks”. Annual Review of Sociology 27: 415-444.
    Webster, J. G. 2014. The Marketplace of Attention: How Audiences Take Shape in a Digital Age. Cambridge, MA: MIT Press.

    Presentations
    Garrett, R. K. 2009. “Politically motivated reinforcement seeking: Reframing the selective exposure debate”. Journal of Communication 59(4): 676-699.
    Gentzkow, M. & J. M. Shapiro. 2011. “Ideological Segregation Online and Offline”. The Quarterly Journal of Economics 126: 1799-1839.

    Research on and with the internet
    Mandatory readings
    Karpf, D. 2012. “Social science research methods in internet time”. Information, Communication & Society 15(5): 639–661.

    Optional readings
    Cioffi-Revilla, C. 2014. Introduction to Computational Social Science: Principles and Applications. Heidelberg, DE et al.: Springer.
    Jungherr, A. 2015. Analyzing Political Communication with Digital Trace Data: The Role of Twitter Messages in Social Science Research. Heidelberg, DE: Springer.
    Rogers, R. 2013. Digital Methods. Cambridge, MA: MIT Press.

    Presentations
    Cioffi-Revilla, C. 2010. “Computational social science”. Wiley Interdisciplinary Reviews: Computational Statistics 2(3): 259–271.
    Freelon, D. 2014. “On the Interpretation of Digital Trace Data in Communication and Social Computing Research”. Journal of Broadcasting & Electronic Media 58(1): 59-75.
    Jungherr, A., H. Schoen, & P. Jürgens. 2015. The mediation of politics through Twitter: An analysis of messages posted during the campaign for the German federal election 2013. Journal of Computer-Mediated Communication 21(1): 50-68.
    Rogers, R. 2010. “Internet Research: The Question of Method”. Journal of Information Technology and Politics 7(2-3): 241-260.

    Lance Bennett in Mannheim

    This semester, the MZES colloquium has proven somewhat of a highlight for researchers interested in the effects of the internet and digital tools on politics and political communication. Earlier this semester Rasmus Kleis Nielsen and Homero Gil de Zúñiga both gave fascinating talks on questions related to this. Next Monday, October 26, 2015, the MZES colloquium features another great speaker on the topic. Lance Bennett will talk about his concept, the logic of connective action. This talk should be self-recommending for you if you are interested in the role of the internet in politics, protests, and collective action. The talk starts Monday, October 26, 2015 at 12.00 in building A 5,6 room A 231 and is open to the public.

    The Logic of Connective Action: Digital Media and the Personalization of Contentious Politics

    A number of diverse, large scale protest movements have appeared around the world in recent years: the Arab Spring, the M15 or los indignados in Spain, Occupy Wall Street, the Umbrella Movement in Hong Kong, and Black Lives Matter in the U.S., among others. These large-scale, sustained protests use digital media in ways that go beyond sending and receiving messages. In these technology enabled protests, communication becomes an important part of the organizational process. Understanding such large-scale action networks requires a different theoretical framework than the logic of collective action that is generally used to explain conventional collective action based on formal organization, resource mobilization, and leadership aimed at motivating participation and building collective identities. This talk explores a logic of connective action that is based on self-motivated, personalized content sharing over social networks that require less formal leadership or hierarchical organization. This organizational process is explained using methods developed to model information flows through an Occupy Wall Street data set of 60 million tweets.

    W. Lance Bennett is Professor of Political Science and Ruddick C. Lawrence Professor of Communication at the University of Washington, Seattle, USA, where he directs the Center for Communication and Civic Engagement (www.engagedcitizen.org). The focus of his work is on how communication processes affect citizen engagement with politics. His most recent book is The Logic of Connective Action: Digital Media and the Personalization of Contentious Politics (with Alexandra Segerberg, Cambridge, 2013). He has received the Ithiel de Sola Pool and Murray Edelman career recognition awards from the American Political Science Association. He has also received the Distinguished Scholar Award from the U.S. National Communication Association, and the ICA Fellow Award from the International Communication Association, both for lifetime achievement in the study of human communication. He currently holds a Humboldt Research Fellowship at Free University, Berlin.

    Syllabus: Psychological Mechanisms of Political Communication

    This semester, I will take my course Psychological Mechanisms of Political Communication out for a second spin at the University of Mannheim. For this version, I moved somewhat farther away from a standard political communication course by dropping sections on the spiral of silence and opinion leaders and instead included sections on information processing, heuristics, and political knowledge. This should be fun.

    Syllabus: The Internet in Political Communication

    This semester, I will be giving a course at Mannheim University on the use of the internet in digital tools in political communication. This is the first time I’ll be giving this course, so I’m very excited to see how it goes. Here is the syllabus. As always, feedback is welcome.

    Syllabus
    Digital services have become a common element in political campaigns. Still, the effects of the growing adoption of digital tools and the internet on political communication are far from certain. Public debate oscillates between the expectation of a significant transformation of the political sphere and claims to the internet’s insignificance. While academic debate is more nuanced, it is far from offering a consensus on the effects of digital services and the internet on politics. Over the course of the seminar, we will discuss key-texts addressing the role of digital services and the internet in political communication. We will focus on people’s use of digital services to gather information and comment on politics, the use of digital services by politicians and candidates, and in collective action.

    Background readings
    Basbøll, T. Research as a Second Language.
    Chadwick, A. 2006. Internet Politics: States, Citizens, and New Communication Technologies. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.
    Chadwick, A. & P. N. Howard (Eds.). 2009. The Routledge Handbook of Internet Politics. New York, NY et al.: Routledge.
    Jungherr, A. & H. Schoen. 2013. Das Internet in Wahlkämpfen: Konzepte, Wirkungen und Kampagnenfunktionen. Wiesbaden, DE: Springer VS.
    Perloff, R. M. 2014. The Dynamics of Political Communication: Media and Politics in a Digital Age. New York, NY: Routledge.
    Reynolds, G. 2012. Presentation Zen: Simple Ideas on Presentation Design and Delivery. 2. ed. Berkeley, CA: New Riders.
    Stromer-Galley, J. 2014. Presidential Campaigning in the Internet Age. Oxford, UK: Oxford University Press.

    What is the internet? Stages in its historical development
    Mandatory readings
    Jungherr, A. & H. Schoen. 2013. “Technische Entwicklung und gesellschaftliche Erwartungen: Eine kurze politische Ideengeschichte des Internets”. Das Internet in Wahlkämpfen: Konzepte, Wirkungen und Kampagnenfunktionen, 11-35. Wiesbaden, DE: Springer VS.

    Optional readings
    Abbate, J. 1999. Inventing the Internet. Cambridge, MA: The MIT Press.
    Isaacson, W. 2014. “Ch 7: The Internet” & “Ch 10: Online” & “Ch 11: The Web”. The Innovators: How a Group of Hackers, Geniuses, and Geeks Created the Digital Revolution, 217-262 & 383-404 & 405-466. New York, NY et al.: Simon & Schuster.
    Turner, F. 2006. From Counterculture to Cyberculture: Stewart Brand, the Whole Earth Network, and the Rise of Digital Utopianism. Chicago, IL et al.: The University of Chicago Press.

    The internet: expectations of political change
    Mandatory readings
    Neuman, W. R., B. Bimber & M. Hindman. 2011. “The Internet and Four Dimensions of Citizenship”. In: The Oxford Handbook of American Public Opinion and the Media, Eds. R. Y. Shapiro & L. R. Jacobs, 22-42. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.

    Optional readings
    Benkler, Y. 2006. The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom. New Haven, CT et al.: Yale University Press.
    Wilhelm, A. G. 2000. Democracy in the Digital Age: Challenges to Political Life in Cyberspace. New York, NY et al.: Routledge.

    Presentations
    Freelon, D. 2010. “Analyzing online political discussion using three models of democratic communication”. New Media & Society 12(7): 1172-1190.
    Karpf, D. 2011. “Open Source Political Community Development: A Five Stage Adoption Process”. Journal of Information Technology & Politics 8(3): 323-345.
    Kreiss, D., M. Finn & F. Turner. 2010. “The limits of peer production: Some reminders from Max Weber for the network society”. New Media & Society 13(2): 243-259.

    Echo chamber or marketplace of ideas
    Mandatory readings
    Farrell, H. 2012. “The Consequences of the Internet for Politics.” Annual Review of Political Science 15: 35-52.

    Optional readings
    McPherson, M., L. Smith-Lovin & J. M. Cook. 2001. “Birds of a Feather: Homophily in Social Networks”. Annual Review of Sociology 27: 415-444.

    Presentations
    Garrett, R. K. 2009. “Politically motivated reinforcement seeking: Reframing the selective exposure debate”. Journal of Communication 59(4): 676-699.
    Gentzkow, M. & J. M. Shapiro. 2011. “Ideological Segregation Online and Offline”. The Quarterly Journal of Economics 126: 1799-1839.

    News and political Information on the internet
    Mandatory readings
    Farrell, H. & D. W. Drezner. 2008. “The Power and Politics of Blogs”. Public Choice 134(1-2): 15-30.

    Optional readings
    Tewksbury, D. & J. Rittenberger. 2012. News on the Internet: Information and Citizenship in the 21st Century. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.

    Presentations
    Karpf, D. 2010. “Macaca Moments Reconsidered: Electoral Panopticon or Netroots Mobilization?” Journal of Information Technology & Politics 7(2-3): 143-162.
    Lawrence, E., J. Sides & H. Farrell. 2010. “Self-Segregation or Deliberation? Blog Readership, Participation, and Polarization in American Politics.” Perspectives on Politics 8(1): 141-157.

    The internet as tool for coordination and as a resource
    Mandatory readings
    Hindman, M. 2005. “The Real Lessons of Howard Dean: Reflections on the First Digital Campaign”. Perspectives on Politics 3(1): 121-128.

    Optional readings
    Bimber, B. 2003. Information and American Democracy: Technology in the Evolution of Political Power. Cambridge, MA: Cambridge University Press.

    Presentations
    Karpf, D. 2012. “Ch 1: The New Generation of Political Advocacy Groups” & “Ch 7: Innovation Edges, Advocacy Inflation, and Sedimentary Organizations”. The MoveOn Effect: The Unexpected Transformation of American Political Advocacy, 3-21 & 156-172. Oxford, UK, et al.: Oxford University Press.
    Nielsen, R. K. 2011. “Mundane Internet Tools, Mobilizing Practices, and the Coproduction of Citizenship in Political Campaigns.” New Media & Society 13(5): 755-771.

    Symbolic uses of the internet in campaigns
    Mandatory readings
    Kreiss, D. 2012. “Acting in the Public Sphere: The 2008 Obama Campaign’s Strategic Use of New Media to Shape Narratives of the Presidential Race.” Media, Movements, and Political Change 33: 195-223.

    Optional readings
    Alexander, J.C. 2010. The Performance of Politics: Obama’s Victory and the Democratic Struggle for Power. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.
    Chadwick, A. 2013. “Symphonic Consonance in Campaign Communication: Reinterpreting Obama for America”. The Hybrid Media System: Politics and Power, 113-136. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.
    Stromer-Galley, J. 2000. “On-Line Interaction and Why Candidates Avoid it”. Journal of Communication 50(4): 111-132.

    Presentations
    Kreiss, D. 2011. “Open Source as Practice and Ideology: The Origin of Howard Dean’s Innovations in Electoral Politics.” Journal of Information Technology & Politics 8(3): 367-382.
    Kreiss, D. 2014. “Seizing the Moment: The Presidential Campaigns’ Use of Twitter During the 2012 Electoral Cycle”. New Media & Society (Online First).
    Stromer-Galley, J. & A. B. Baker. 2006. “Joy and Sorrow of Interactivity on the Campaign Trail: Blogs in the Primary Campaign of Howard Dean.” In: The Internet Election: Perspectives on the Web in Campaign 2004, Eds. A. P. Williams & J. C. Tedesco. Lanham, MD et al.: Rowman & Littlefield Publishers.

    Digitally supported organization
    Mandatory readings
    Kreiss, D. 2012. “Ch 5: Organisation the Obama Campaign”. Taking Our Country Back: The Crafting of Networked Politics from Howard Dean to Barack Obama, 121-154. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.

    Optional readings
    McKenna, E. & Han, H. 2015. Groundbreakers: How Obama’s 2.2 Million Volunteers Transformed Campaigning in America. Oxford, UK: Oxford University Press.
    Nielsen, R. K. 2012. Ground Wars: Personalized Communication in Political Campaigns. Princeton, NJ: Princeton University Press.
    Stromer-Galley, J. 2014. “Ch 5: 2008: Networked Campaigning and Controlled Interactivity”. Presidential Campaigning in the Internet Age, 104-139. Oxford, UK: Oxford University Press.

    Presentations
    Cogburn, D. L. & F. K. Espinoza-Vasquez. 2011. “From Networked Nominee to Networked Nation: Examining the Impact of Web 2.0 and Social Media on Political Participation and Civic Engagement in the 2008 Obama Campaign”. Journal of Political Marketing 10(1-2): 189-213.
    Enos, R. D. & E. D. Hersh. 2014. “Party Activists as Campaign Advertisers: The Ground Campaign as a Principal-Agent Problem”. American Political Science Review (Forthcoming).
    Nielsen, R. K. 2009. “The Labors of Internet-Assisted Activism: Overcommunication, Miscommunication, and Communicative Overload”. Journal of Information Technology & Politics 6(3): 267-280.

    Data driven campaigning
    Mandatory readings
    Stromer-Galley, J. 2014. “Ch 6: 2012: Data-Driven Networked Campaigning”. Presidential Campaigning in the Internet Age, 140-170. Oxford, UK: Oxford University Press.

    Optional readings
    Howard, P. N. 2006. New Media Campaigns and the Managed Citizen. New York, NY: Cambridge University Press.
    Issenberg, S. 2012. The Victory Lab: The Secret Science of Winning Campaigns. New York, NY: Broadway Books.
    Issenberg, S. 2014. “How the Democrats Can Avoid Going Down This November: The new science of Democratic survival”. New Republic (April 27).
    Madrigal, A. C. 2012. “When the Nerds Go Marching In”. The Atlantic (November 16).
    Sides, J. & L. Vavreck. 2014. “Obama’s Not-So-Big Data”. Pacific Standard (January 21).

    Presentations
    Enos, R. D. & A. Fowler. The Effects of Large-Scale Campaigns on Voter Turnout: Evidence from 400 Million Voter Contacts. (Working Paper).
    Hersh, E. D. & B. F. Schaffner. 2013. “Targeted Campaign Appeals and the Value of Ambiguity”. The Journal of Politics 75(2): 520-534.
    Nickerson, D. W & T. Rogers. 2014. “Political Campaigns and Big Data”. Journal of Economic Perspectives 28(2): 51– 74.

    The interaction between online communication and political media coverage
    Mandatory readings
    Chadwick, A. 2013. “Ch 3: The Contemporary Context of Hybridity”. The Hybrid Media System: Politics and Power, 42-59. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.

    Optional readings
    Chadwick, A. 2013. The Hybrid Media System: Politics and Power. Oxford, UK et al.: Oxford University Press.

    Presentations
    Chadwick, A. 2011. “Britain’s First Live Televised Party Leaders’ Debate: From the News Cycle to the Political Information Cycle”. Parliamentary Affairs 64(1): 24-44.
    Jungherr, A. 2014. “The logic of political coverage on Twitter: Temporal dynamics and content.” Journal of Communication 64(2): 239-259.
    Trilling, D. 2014. “Two Different Debates? Investigating the Relationship Between a Political Debate on TV and Simultaneous Comments on Twitter”. Social Science Computer Review (Online First).

    The use of digital tools in collective action
    Mandatory readings
    Bennett, W. L. & A. Segerberg. 2012. “The Logic of Connective Action: Digital Media and the Personalization of Contentious Politics.” Information, Communication & Society 15(5): 739-768.

    Optional readings
    Bennett, W. L. & A. Segerberg. 2013. The Logic of Connective Action: Digital Media and the Personalization of Contentious Politics. Cambridge, MA et al.: Cambridge University Press.
    Bimber, B., A. J. Flanagin & C. Stohl. 2012. Collective Action in Organizations: Interaction and Engagement in an Era of Technological Change. Cambridge, MA et al.: Cambridge University Press.
    Howard, P. N. & M. Hussain. 2013. Democracy’s Fourth Wave? Digital Media and the Arab Spring. New York, NY et al.: Oxford University Press.

    Presentations
    Hussain, M. M. & P. N. Howard. 2013. “What Best Explains Successful Protest Cascades? ICTs and the Fuzzy Causes of the Arab Spring.” International Studies Review (15)1: 48-66.
    Jungherr, A. & P. Jürgens. 2014. “Through a glass, darkly: tactical support and symbolic association in Twitter messages commenting on Stuttgart 21.” Social Science Computer Review 32(1): 74-89.
    Tufekci, Z. & C. Wilson. 2012. “Social Media and the Decision to Participate in Political Protest: Observations From Tahrir Square”. Journal of Communication 62(2): 363-379.

    Research on and with the internet
    Mandatory readings
    Karpf, D. 2012. “Social science research methods in internet time”. Information, Communication & Society 15(5): 639–661.

    Optional readings
    Cioffi-Revilla, C. 2014. Introduction to Computational Social Science: Principles and Applications. Heidelberg, DE et al.: Springer.
    Rogers, R. 2013. Digital Methods. Cambridge, MA: MIT Press.

    Presentations
    Cioffi-Revilla, C. 2010. “Computational social science”. Wiley Interdisciplinary Reviews: Computational Statistics 2(3): 259–271.
    Freelon, D. 2014. “On the Interpretation of Digital Trace Data in Communication and Social Computing Research”. Journal of Broadcasting & Electronic Media 58(1): 59-75.
    Rogers, R. 2010. “Internet Research: The Question of Method”. Journal of Information Technology and Politics 7(2-3): 241-260.