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Wirkung politischer Kommunikation: Ein Test politischer Informationsbriefe im Feldexperiment

(c) Konrad-Adenauer-Stiftung

(c) Konrad-Adenauer-Stiftung

Letztes Jahr hatte ich Gelegenheit, in einem Kooperationsprojekt in einem für mich neuen Forschungsfeld zu arbeiten: Der Wirkung politischer Kommunikation unter Feldbedingungen.

Gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall, dem Lehrstuhls für Politische Psychologie der Universität Mannheim und meiner Juniorprofessur für Social Science Data Collection and Analysis an der Universität Konstanz stellten wir uns die Frage ob und wie politische Informationsbriefe in Kampagnen wirken.

Gelingt es tatsächlich, Menschen von den Anliegen des Briefes zu überzeugen? Überzeuge ich tatsächlich Unentschlossene oder motiviere ich ohnehin schon überzeugte nur stärker? Kann ich Gegner überzeugen oder bestärke ich sie nur in ihrer Meinung? Diese Fragen testeten wir in einer Kombination aus Feld- und Fragebogenexperiment.

Kurz gesagt: Informationsbriefe wirken. Empfänger unterstützten TTIP nach Erhalt des Briefs stärker als gleichzeitig Befragte, die keinen Brief erhielten. Diese Wirkung lässt über Zeit nach war aber etwa zwei Wochen nach Erhalt des Briefes vorhanden. Kontrollierte Experimente bieten politischen Akteuren klaren Erkenntnisgewinn über die Wirkung ihrer gewählten Werkzeuge und erlauben so eine präzisere Steuerung von Kommunikation und Ressourcenverwendung in Kampagnen.

Im Rahmen der Internationalen Konferenz für Politische Kommunikation (IKPK 2016) der Konrad-Adenauer-Stiftung stellte ich einige vorläufige Zwischenergebnisse unserer Studie vor. Die Videoaufzeichnung der Präsentation gibt schon einmal einen ersten Einblick in unser Vorgehen und vorläufige Ergebnisse.

In einem Working Paper der Konrad-Adenauer-Stiftung stellen wir unser Forschungsdesign und erste Ergebnisse detaillierter vor. Alexander Wuttke bietet eine etwas methodisch konzentrierter Diskussion unsere Studie. Dies sind erst einmal vorläufige Ergebnisse unserer Untersuchung. In den kommenden Monaten werden wir deutlich tiefer in die Daten einsteigen und die Untersuchung und Ergebnisse detaillierter und präziser aufarbeiten. So, watch this space for more to come soon.

Working Paper

  • Das Internet im Wahlkampf: Beispiele zu Kampagnenfunktionen und Wirkungsmechanismen aus dem Bundestagswahlkampf 2013

    Vor einigen Tagen sprach ich auf der Tagung „Medienkonvergenz im Bundestagswahlkampf 2013“ in Mainz zur Rolle des Internets in den Kampagnen der Parteien zum Bundestagswahlkampf 2013. Inzwischen sind Videoaufzeichnungen aller Vorträge online. Die Vorträge waren besonders spannend, da die Organisatoren eine interessante Mischung aus Wahlkampfpraktikern, Journalisten und Wissenschaftlern eingeladen hatten, so dass die Tagung ihr Thema aus unterschiedlichster Perspektive illustrieren konnte. Anbei meine 5 Cent zum Thema.

    Und die anschliessende Diskussion.

    Google Hangout zur Rolle des Internets im Bundestagswahlkampf

    Auf Einladung von politik-digital.de habe ich heute mit Martin Fuchs, Christian Marx, Julius van de Laar und Oliver Zeisberger über die Rolle des Internets im Bundestagswahlkampf diskutiert. Eine Aufzeichnung unserer Diskussion gibt es hier.

    Das Internet im Wahlkampf: Vortrag

    Vor kurzem hielt ich im Rahmen der Vortragsreihe “Internet & Society” einen Vortrag an der Universität Göttingen über die Rolle des Internets in Wahlkämpfen. Eine Videoaufzeichnung des Vortrags gibt es inzwischen online:

    Hier noch einmal das Abstract zum Thema des Vortrags:

    Das Internet im Wahlkampf: Beispiele zu Kampagnenfunktionen und Wirkungsmechanismen aus den USA und Deutschland

    Die aktuelle Diskussion über die Rolle des Internets in Wahlkämpfen beschränkt sich in der Regel darauf, die erfolgreiche Nutzung des Internets in den Wahlkämpfen Barack Obamas mit der weniger erfolgreichen Nutzung des Internets in Wahlkämpfen von Kandidaten in anderen politischen, rechtlichen, kulturellen und historischen Kontexten zu vergleichen. Dieser Vergleich, den man als Amerikanisierung 2.0 bezeichnen könnte, verstellt jedoch den Blick auf die tatsächlichen Potentiale des Internets für Kampagnen außerhalb der USA, da die Vergleichskategorie – Erfolg im Internet – zu stark von spezifischen Rahmenbedingungen der Obama-Kampagnen in den USA der Jahre 2008 und 2012 abhängt.

    Um die Potentiale des Internets für Wahlkämpfer in Deutschland zu verstehen, ist es notwendig differenziert über die Funktionen des Internets für politische Kampagnen nachzudenken. Hierbei bietet sich die Analyse von drei Funktionsweisen an:

    1. Internetdienste als Werkzeuge, um die Sichtbarkeit des politischen Akteurs und seiner Inhalte im Informationsraum Internet zu unterstützen;
    2. Die Unterstützung der Infrastruktur einer politischen Kampagne durch digitale Werkzeuge und das Internet;
    3. Die symbolische Sichtbarmachung von politischer Unterstützung und des Momentums von Kampagnen und die damit verbundene Möglichkeit, darauf folgender Berichterstattung traditioneller Medien.

    Die Potentiale dieser Funktionsweisen sind jeweils abhängig von den spezifischen politischen, rechtlichen, kulturellen und historischen Kontexten in denen Kampagnen und Kandidaten agieren. Sie können sich je nach Kandidat, Partei oder Land unterscheiden. In dem folgenden Vortrag werden diese Funktionen des Internets für politische Kampagnen an den Beispielen der Präsidentschaftskampagnen Barack Obamas und deutscher Wahlkämpfe diskutiert.