Category Essays

Randbemerkungen zur Rolle von “Filterblasen” in der politischen Meinungsbildung

Das ausgehende Jahr 2016 sah viel Aufregung über vermeintliche Wirkungen des Internets in der politischen Meinungsbildung. Im Rahmen dieser Debatte hat mich der Tagesspiegel um meine Einschätzung zu Teilaspekten dieser Debatte gefragt.

In Reaktion hierauf gab ich eine kurze Einschätzung zur aus meiner Sicht überschätzten Rolle von Filterblasen für politische Meinungsbildung:

Das Verführerische und zugleich auch Gefährliche an der Filterblasen-These ist, dass sie versucht, über einen einfachen und intuitiven Mechanismus unliebsame politische Phänomene zu erklären. Wenn Algorithmen Verantwortung für politische Polarisierung, mangelnde Empathie oder zunehmende politische Radikalisierung tragen sollten, dann liegt es nahe, diese Algorithmen anzupassen, und sofort sind alle Probleme politischer Meinungsbildung durch das „richtige“ Design digitaler Dienste gelöst.

(…)

Wenn wir die tatsächliche Rolle des Internets im politischen Meinungsbildungsprozess verstehen wollen, hilft es wenig, einzelne technische Phänomene isoliert zu betrachten. Stattdessen ist die sorgfältige Untersuchung des Wechselspiels unterschiedlicher individueller, gesellschaftlicher, struktureller und technologischer Faktoren notwendig. Befunde solcher Untersuchungen werden zwar keine vergleichbar intuitiven und schlagzeilenfreundlichen Begriffe prägen wie den der Filterblase. Dafür versprechen sie aber tatsächliche Erkenntnisse über die Dynamik politischer Meinungsbildungsprozesse der Gegenwart.

Beitrag

  • Die Rolle von Experimenten, Daten und vernetztem Lernen in den Kampagnen Barack Obamas

    Jede politische Kampagne steht vor der gleichen Frage: Wie motiviere ich potentielle Wähler zur Wahl und wie gelingt mir dies mit Budgets weit unter denen vergleichbarer Kampagnen in der Produktwerbung? Die Präsidentschaftskampagnen Barack Obamas in 2008 und 2012 bieten deutschen Wahlkämpfern interessante Ansätze wie mit dieser Frage umgegangen werden kann.

    Obamas Beispiel zeigt wie Kampagnen daran arbeiten, Kampagnenkontakte möglichst präzise auf Wählergruppen zu beschränken, die tatsächlich zur „richtigen“ Wahl bewegt werden können; wie Kampagnen die Effektivität unterschiedlicher Kampagnenmittel im Hinblick auf ihre durchschnittlichen Mobilisierungschancen und –kosten testen; und wie Kampagnen ihre Erkenntnisse in einem breiten Netzwerk von politisch befreundeter Organisationen teilen und so die Grundlage für einen gemeinsamen Lernprozess legen.

    Die Identifikation potentieller Wähler
    Im Wahlkampf geht es für Kandidaten und Parteien darum, potentielle Wähler davon zu überzeugen zur Wahl zu gehen. Es geht nicht darum, Menschen mit abweichenden politischen Überzeugungen von eigenen Positionen zu überzeugen. Dieses Verständnis von Wahlkampf ist besonders in den USA verbreitet. Es führt dazu, dass Kampagnen sich auf potentielle Wähler zu konzentrieren versuchen, die ihrem soziodemografischen und ökonomisch Status und ihren weltanschaulichen Einstellungen nach eher den Unterstützern einer Partei zugerechnet werden können. Menschen, die nach diesen Variablen eher zu Unterstützern anderer Parteien zählen könnten werden in der Mobilisierungsarbeit bewusst ignoriert. Dadurch versuchen Kampagnen am Wahltag die Zahl der aus ihrer Sicht „richtigen“ Wähler zu erhöhen.

    Die Geschichte des Wahlkampfs in den USA ist seit Mitte des letzten Jahrhunderts durch eine immer feingliedrigere Identifizierung potentieller Wählergruppen geprägt. In den siebziger Jahren klassifizierten Wahlkämpfer potentielle Wähler auf Basis ihrer Adressen. In den Neunzigern sprach Mark Penn, Chefstatistiker der Clintons, davon, potentielle Wähler durch ihr Konsumverhalten oder ihre Zugehörigkeit in gesellschaftlichen Kleingruppen—den berühmten Soccer-Moms—identifizieren zu können. Diese immer kleinteiligere Identifizierung potentieller Wähler hat ihren vorläufigen Höhepunkt in der datenbankgestützten Ansprache von Wählern mit Hilfe statistischer Modelle gefunden.

    Die Obama-Kampagne nutzte in den Wahlkämpfen 2008 und 2012 unterschiedliche Datenbanken. Den Kern des Datenbestands wurde seit 2005 von der Demokratischen Partei in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Firmen entwickelt. Diese Datenbank umfasst Informationen über jeden amerikanischen Wahlberechtigten, die öffentlich in Wählerregistern amerikanischer Bundesstaaten verfügbar sind. In der Regel sind dies: Name, Alter, Geschlecht, Rassenzugehörigkeit und Adresse. Zusätzlich wurde dokumentiert, ob sich Wahlberechtigte für die Vorwahlen einer Partei registriert hatten. Ergänzend dokumentierte die Datenbank Kampagnenkontakte aus unterschiedlichen Wahlkämpfen. Wurde ein Wahlberechtiger zum Beispiel 2008 durch einen Freiwilligen angerufen und hatte auf die Frage nach seiner Wahlabsicht geantwortet so konnte die Obama-Kampagne 2012 auf diese Information zugreifen. Auf Basis dieser Informationen entwickelte die Kampagne zwei Rankingkennzahlen für alle Wahlberechtigten: die Wahrscheinlichkeit, an der Wahl teilzunehmen und die Wahrscheinlichkeit, Barack Obama zu wählen. Diese Datenbank mit Informationen über das zu erwartende Wahlverhalten wurde von der Obama-Kampagne mit verschiedenen kommerziell verfügbaren Datenbanken ergänzt, die personenbezogene Daten—zum Beispiel in Bezug auf Konsumverhalten oder Mediennutzung—enthielten. Die Obama-Kampagne versuchte so mit Hilfe von statistischen Modellen unter den Wahlberechtigten, über die sie keine politischen Informationen hatte, diejenigen zu identifizieren, die für sie interessant waren. Den Wahlberechtigten denen statistische Modelle auf dieser Datenbasis ein für die Kampagne vielversprechendes Ranking zugeschrieben hatten wurden dann durch die Kampagne kontaktiert. Dies geschah entweder durch personalisierte Postsendungen, Anrufe und Hausbesuche durch Freiwillige, die sie zur Wahlbeteiligung aufriefen.

    Heißt dies nun, dass die Obama-Kampagne das Wahlverhalten aller Amerikaner kannte, tatsächlich nur mit potentiellen Wählern sprach und jeder der von ihnen Kontaktierten tatsächlich wählen ging? Natürlich nicht. Diese Selektion von Wahlberechtigten für den Kontakt durch die Kampagne basiert auf Wahrscheinlichkeiten. Wenn statistische Modelle einer Kampagne erlauben, die Zahl vergeblicher Kontakte zu reduzieren, dann heißt es nicht, dass ein Modell in der Lage wäre, menschliches Verhalten mit Sicherheit vorherzusagen. Praktisch heißt dies, die datenbankbasierte Ansprache führte für die Obama-Kampagne zu einer etwas kleineren Zahl vergeblicher Kontakte als die Selektion von Kontakten basierend auf älteren Verfahren. Die Kampagne konnte also ihre Zeit und Ressourcen auf potentiell interessante Ansprechpartner konzentrieren ohne jedoch Sicherheit über deren Verhalten oder politische Einstellungen zu haben. Dies scheint bei dem erheblichen finanziellen Aufwand vielleicht wie ein geringer Vorteil, vor dem Hintergrund von Wahlkämpfen, die immer häufiger durch knappe Siege in einzelnen Wahlkreisen entschieden werden erklärt sich jedoch die Bereitschaft politischer Kampagnen in jeden noch so kleinen Vorteil zu investieren.

    Obamas Datenreichtum wurde in der deutschen Diskussion zwar immer wieder angesprochen aber auch sehr schnell als konsequenzlos für deutsche Wahlkämpfe eingeschätzt. Hierbei konzentrierte sich die Diskussion immer wieder auf die von Obama eingekauften Datensätze, nicht auf die durch Kampagnen der Demokraten über Jahre selbst erhobenen Datensätze. Es stimmt natürlich, das deutsche Datenschutzrecht macht den Einkauf von Datensätzen für Parteien unpraktikabel. Auf der anderen Seite hindert deutsche Parteien niemand daran, ihre Mitgliederbasis mit einer technischen Infrastruktur auszustatten über die sie Wählerkontakte in unterschiedlichen Kampagnen vor Ort datenschutzrechtlich konform dokumentieren kann. Um die Kampagnenführung in Deutschland zu präzisieren braucht es nicht Obamas komplizierte statistische Modelle, die einfache Dokumentation von Wählerkontakten würde Parteien schon deutlich in der Feinsteuerung ihrer Wahlkämpfe helfen.

    Daten statt Expertenwissen
    Zusätzlich zur datenbankbasierten Wähleransprache prüfte die Obama-Kampagne die Effektivität ihrer Kampagnenelemente in fortlaufenden quantitativen Evaluationen. Anstelle Ressourcen nach der Intuition einiger Experten einzusetzen, versuchte die Kampagne, Werkzeuge auf ihre Kosten und zu erwartenden Effekte zu testen. Besonders die Sammlung von Spenden und die Effektivität unterschiedlicher Arten der Wähleransprache wurden regelmäßig in Experimenten untersucht.

    Am intensivsten testete die Obama-Kampagne das Sammeln von Spenden über das Internet. Die Kampagne verfügte über eine umfangreiche Liste von E-Mail Adressen von Nutzern, die sich auf der Kampagnenwebseite registriert hatten und aus anderen bereits bestehenden Verteilern. Diese Liste wurde regelmäßig durch die Kampagne angeschrieben. Die Kampagne untersuchte so, ob die Verwendung unterschiedlicher Betreffzeilen, Textbausteinen und Absender Effekte auf das von einer E-Mail generierte Spendenaufkommen hatten. Hierzu sendete die Kampagne E-Mails, in denen einzelne Elemente gezielt variiert wurden, an zufällige Ausschnitte ihrer E-Mail-Liste und verglich die daraufhin eingehenden Spenden mit Gruppen, denen andere E-Mail-Variationen zugeschickt worden waren.

    Besonders intensiv experimentierte die Kampagne auch mit Beträgen, die sie in E-Mails und auf ihrer Webseite als Einstiegsspenden festlegten. Spendeten Adressaten des Aufrufs häufiger wenn der in der E-Mail vorgeschlagene Mindestbetrag bei $5 oder $10 lag? Durch solche Experimente konnte die Kampagne gezielt die Ansprache ihrer Unterstützer über E-Mails optimieren und damit die finanziellen Ressourcen der Kampagne steigern.

    Auch die direkte Ansprache von Wählern durch Briefsendungen, Telefonanrufe und Hausbesuche wird in U.S.-Kampagnen regelmäßig im Hinblick auf ihr Mobilisierungspotential pro Kontakt getestet. Sogenannte Cost-per-Vote Analysen sollten lediglich als grobe Richtungswerte interpretiert werden, aber sie unterstützen Kampagnenplaner dabei, Ressourcen gezielt einzusetzen. Ähnliche Experimente zur Evaluation von Kampagnenwerkzeugen sind auch in Deutschland denkbar.

    Lernen im Netzwerk
    U.S.-Präsidentschaftskampagnen finden in regelmäßigen Zyklen alle vier Jahre statt. Das Verhalten von Menschen und die Effektivität von Kampagnenansprachearten ändern sich jedoch potentiell ständig. Mobilisierungsarten von Kampagnen mögen also in bestimmten Wahlkämpfen erfolgreich sein und in anderen versagen. Um möglichst aktuelle Erkenntnisse über die Effekte unterschiedlicher Ansprachearten auf unterschiedliche Gesellschaftsgruppen zu gewinnen, haben sich Kampagnen demokratischer Kandidaten und Berater befreundeter Organisationen—wie zum Beispiel Gewerkschaften oder zivilgesellschaftlichen Organisationen—in informellen Netzwerken organisiert, um sich so über aktuelle Erkenntnisse auszutauschen und Freiwillige auch zwischen Präsidentschaftswahlen in unterschiedlichen Mobilisierungstaktiken zu schulen. Die Veränderungen in der Wahlkampfdurchführung und -organisation der Obama-Kampagne gehen also weit über einen spezifischen Kandidaten oder die Wahlkampfzyklen 2008 und 2012 hinaus. Sie sind fest in der Kampagnenkultur der demokratischen Partei verankert.

    Worin besteht also die tatsächliche Lektion von Obamas Kampagnenerfolge? Das Wissen über die Mechanismen, Effekte und Kosten einzelner Kampagnenwerkzeuge lässt sich am besten in einem fortwährenden Lern- und Evaluationsprozess innerhalb eines Netzwerkes von Organisationen mit geteilten Zielen entwickeln. Hierfür sind die Kontextbedingungen amerikanischer Kampagnen—große Budgets, umfangreiche Datenbanken und ein schwaches Datenschutzrecht—zwar hilfreich aber nicht notwendig. Tatsächlich braucht es allerdings den politischen Willen innerhalb einer Organisation. Jene politische Organisation, der es als ersten gelingt in Deutschland einen vergleichbaren Lernprozess zu entwickeln wird für die kommenden Wahlkampfzyklen einen klaren Vorteil in der Planung und Durchführung politischer Kampagnen haben, da sie in der Lage sein wird ihre Zeit und Ressourcen effektiver auf für die Kampagne interessante Wählergruppen zu konzentrieren.

    Ein glücklicher Umstand für deutsche Kampagnenmacher ist, dass die Obama-Kampagnen 2008 und 2012 wohl zu den am besten dokumentierten Wahlkampagnen der jüngeren Vergangenheit gehören und damit mehr als genug Ansatzpunkte bestehen, um die Entscheidungen der Kampagne nachzuvollziehen und gegebenenfalls für den eigenen Kampagnenkontext zu adaptieren. Anbei einige hilfreiche Quellen:

    Organisationskultur und Nutzung von Experimenten:

  • Mobilisierung:

  • Technologische Innovationen:

  • Gastbeitrag für Spiegel Online zu Prognose der Bundestagswahl basierend auf Twitter-Daten

    Heute ist bei Spiegel Online ein Gastbeitrag von mir erschienen. Darin zeige ich einige einfache Analysen, die die Möglichkeit, mit Twitter-Daten Wahlergebnisse vorherzusagen kritisch illustrieren.

    Gastbeitrag für politik-digital.de: “Die Rückkehr der Freiwilligen: Die steigende Bedeutung von GOTV in amerikanischen Kampagnen”

    Für politik-digital.de habe ich einen kurzen Gastbeitrag über die Bedeutung des personalisierten GOTV in US-Kampagnen geschrieben:

    Die Rückkehr der Freiwilligen: Die steigende Bedeutung von GOTV in amerikanischen Kampagnen

    Wer mehr Informationen zu diesem Thema erfahren möchte seien die aktuellen Arbeiten von Rasmus Kleis Nielsen ( “Ground Wars: Personalized Communication in Political Campaigns“) und Sasha Issenberg (“The Victory Lab: The Secret Science of Winning Campaigns”) empfohlen.

    GOTV in International Campaigns?

    Yesterday the blog “Mobilizing Ideas” published “Is GOTV a Universally Applicable Answer for Campaigns to the Challenge of Fragmented Audiences?” a short piece I wrote on the applicability of US GOTV tactics in international campaigns. The essay is part of a larger discussion on the blog inspired by Rasmus Kleis Nielsen's new book “Ground Wars” (2012), in which he portrays the state of the art of GOTV in the US-Congressional campaign 2008. If your are interested in the topic be sure to check out his book. Also participating in the blog-discussion are Dave Karpf (The MoveOn Effect) and Daniel Kreiss (Taking Our Country Back), themselves authors of two recent excellent additions to the online campaigning literature.

     

    Guestpost for “Politik nach Zahlen” on Twitter Election Forecasts

    With Pascal Jürgens [@pascal], and Harald Schoen I wrote a short blogpost for “Politik nach Zahlen“, a blog focused on empirical research on elections, hosted by the German newspaper Die Zeit. In “Twitterprognosen, oder: Warum die Piratenpartei beinahe die Wahl 2009 gewonnen hätte” we addressed the claim made by Andranik Tumasjan, Timm O. Sprenger, Philipp G. Sander, and Isabell M. Welpe in their paper “Predicting Elections with Twitter: What 140 Characters Reveal about Political Sentiment” presented at the AAAI Conference on Weblogs and Social Media, that Twitter would serve as a valuable instrument in forecasting election results. In their paper they found that the mentions of political parties on Twitter during a given time interval would closely mirror the election result. As the embedded diagram shows our results were not so encouraging.

    More on that here.

    Die CDU Onlinekampagne für die Landtagswahl 2010 in Nordrhein-Westfalen: Ein Zwischenstand

    Die CDU Onlinekampagne für die Landtagswahl 2010 in Nordrhein-Westfalen: Ein Zwischenstand

    Eine Präsentation gehalten während des Politcamp 2010 in Berlin am 21. März 2010.

    Während des Politcamp 2010 in Berlin präsentierte ich am 21. März den aktuellen Zwischenstand der CDU Onlinekampagne zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai 2010. Dies ist eine ausformulierte und leicht erweiterte Version meiner Präsentation.

    Disclaimer: Ich berate die Onlinekampagne der CDU Nordrhein-Westfalen.

    Nach den guten Erfahrungen mit Onlineunterstützerteams im Hessenwahlkampf wird auch in NRW der Großteil der Onlineaktivitäten von einem freiwilligen Unterstützerteam organisiert. Die Lektionen des hessischen webcamp09 sind die Basis für das NRW Onlineunterstützerteam NRW für Rüttgers.

    Ausführlichere Informationen zum webcamp09 finden sich in dieser Präsentation die Alexander Kurz [@alexander_kurz] während des Politcamp 2009 hielt und in einem Report der Kampagnenpraxis.

    Die Internetseite NRW für Rüttgers bildet das Rückgrat der Onlinekampagne. Hier werden unsere verschiedenen Kommunikationskanäle gebündelt.

    NRW für Rüttgers - Homepage Screenshot

    Hier bloggen freiwillige Unterstützer zum Beispiel von Veranstaltungen,

    NRW für Rüttgers - Liveblogging

    oder stellen kampagnenbegleitende Materialien zur Verfügung.

    NRW für Rüttgers - Kampagnenbegleitende Materialien

    Zusätzlich binden wir auf dieser Webseite Videos ein, die im Laufe der Kampagne erstellt wurden.

    Eine Sammlung aller von uns für die Kampagne erstellten Videos finden sich im YouTube Kanal von NRW für Rüttgers.

    NRW für Rüttgers - YouTube Kanal

    Die dort gesammelten Videos sind fast ausschließlich von Freiwilligen produziert. Eine Ausnahme stellt die Vorstellung des Freiwilligen-Teams dar.

    Bisher lassen sich die Videos überwiegend drei Themengruppen zuordnen. Die für deutsche Onlinekampagnen wahrscheinlich am innovativsten Videos sind regelmäßige direkte Videobotschaften des Generalsekretärs der CDU Nordrhein-Westfalens Andreas Krautscheid.

    In diesen Videobotschaften stellte er sich seinen Unterstützern vor,

    reagierte spontan auf tagesaktuelle Entwicklungen,

    oder rief zu thematischen Aktionen auf.

    Ein anderes viel genutztes Format ist die Vox Populi. In diesen von Freiwilligen konzipierten, gedrehten und geschnittenen Videos werden Menschen aus Nordrhein-Westfalen auf der Straße zu ihrer Meinung zu tagesaktuellen Themen gefragt.

    Zusätzlich begleiten wir mit Videos klassische politische Veranstaltungen.

    Zusätzlich zu diesem von dem Untersützerteam NRW für Rüttgers genutzten YouTube Kanal gibt es einen YouTube Kanal der CDU Nordrhein-Westfalen auf dem von CDU NRW-TV produzierte Videos präsentiert werden.

    CDU NRW Podcast

    Wurde noch in der Kampagne zur Bundestagswahl 2009 von der CDU große Aufmerksamkeit auf die Erstellung und den Betrieb der teAM 2009 Online-Community gelegt, so werden viele dieser Funktionen in der Onlinekampagne zur Landtagswahl 2010 in Nordrhein-Westfalen durch die Nutzung von Facebook sicher gestellt.

    Jürgen Rüttgers Facebook Fanprofil

    Zentrum unserer Aktivitäten auf Facebook ist das von uns betriebene Facebook Fanprofil für Jürgen Rüttgers, das mit der Unterstützerseite NRW für Rüttgers verknüft ist.

    Zusätzlich hierzu ist die CDU Nordrhein Westfalen auch mit einem weiteren Fanprofil auf Facebook vertreten:

    CDU NRW Facebook

    Ein weiterer Unterschied zur Bundeskampagne liegt in unserer Nutzung der VZ-Netzwerke. Während die Bundeskampagne noch grosse Energie auf Aktionen um das Edelprofil der Bundeskanzlerin Angela Merkel verwendete, so betreiben wir zwar ein Edelprofil für Jürgen Rüttgers, fokusieren unsere Aktivitäten jedoch auf Facebook.

    Jürgen Rüttgers Edelprofil

    Zusätzlich hierzu nutzt die Kampagne auch Twitter mit dem Account @NRWRuettgers:

    NRW für Rüttgers - Twitterfeed - @NRWRuettgers

    Auf diesem Account twittern die Unterstützer Ulrich Gelsen #ug [@gelsen], David J. Ludwigs #dl [@cronenbuerger] und Florian Braun #fb [@flobraun]. Um der Unpersönlichkeit eines Teamfeeds zu entgehen nutzen wir eindeutig zugewiesene Hashtags, so dass zu jeder Zeit nachvollziehbar ist welcher der Autoren gerade twittert.

    Über den Twitter Account @NRWRuettgers twittert das Unterstützteam von Veranstaltungen,

    @NRWRuettgers VeranstaltungsPics

    von der täglichen Arbeit und antwortet auf Anfragen.

    @NRWRuettgers Antworten

    Generell ist uns die Interaktion um unsere Beiträge gleich auf welchem Kanal sehr wichtig. Auch wenn manchem die Zeit von dem posten eines Kommentars und seiner Freischaltung etwas zu lange dauert wir freuen uns über Kommentare und Aktivität um unsere Beiträge. Zeigt dies doch, dass wir mit unserem Angebot auf Interesse stossen und Debatten auslösen.

    Die oben beschriebenen Elemente der Onlinekampagne sind für uns zur Zeit die wichtigsten Bausteine, auf die wir den Großteil unserer Aufmerksamkeit konzentrieren. Zusätzlich zu diesen Onlineangeboten findet die Kampagne aber auch auf anderen Onlinekanälen statt: Flickr, CDU Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers und CDU NRW/Blog.

    Für eine Diskussion weiterer Aspekte der Onlinekampagnen zur Landtagswahl 2010 in Nordrhein-Westfalen haben Oliver Zeisberger für die SPD und ich für die CDU im Westen ein Interview gegeben. Dieses Interview ist eine gute Ergänzung zu dieser Beschreibung unserer Kampagnenelementen.

    [Update 2010/04/04]
    Dieser Beitrag wurde inzwischen ebenfalls sowohl auf dem CDU NRW / Blog als auch auf dem Blog Homo Politicus veröffentlicht.

    Should Politicians Blog? Part 1

    In 2004 the French blogger and serial entrepreneur Loïc Le Meur [loiclemeur] posted on his blog 10 Reasons why Should a Politician Blog. For him blogs are a great way for politicians to start closer and deeper conversations with their constituencies. Le Meur‘s reasons are convincing and blogs have proven their value as communication tools (see for example: How Companies Blog. Yet German politicians seem hesitant to use blogs.

    The German journalist Christian Stöcker writes on German politicians and the net:

    Das politische Netz hierzulande ist in einem erbärmlichen Zustand, die paar politisch orientierten Weblogs, die es gibt, haben kaum Leser, eine Debattenkultur existiert so gut wie nicht. Deutschlands Blogger sind immer noch zu einem großen Teil damit beschäftigt, entweder über den eigenen Alltag oder über das Bloggen selbst zu bloggen. Und die deutsche Politik betrachtet das Netz vor allem als etwas, das es zukontrollieren, reglementieren und überwachen gilt – und ist ansonsten weitgehend frei von Kenntnissen über das Medium der Zukunft.

    This is not only a German phenomenon. In the article Political Blogs: Why the Internet Frightens Politicians the author states:

    The internet frightens politicians. They can’t control it, so they see it as a threat; websites and blogs are time-consuming and dangerous, containing words that could later be held against them. What other explanation can there be for the fact that only 30 out of 650 MPs in Parliament have blogs?

    The advocates for the status-quo are quick to find reasons why blogs do not matter as a tool in the political communication kit:

    Blogs would be no part of the serious political discourse of the established media and even poison the political discussion through extreme partisanship (see as an example for this reasoning: A Parody of Democracy by Oliver Kamm).

    The conversations on a blog would lead to a loss of control for the politician (see as an example for this reasoning the analyses: Blogs im Dienst politischer Kommunikation).

    A blog would simply be a waste of time since the number of readers would be too small to play a significant role on election night (A recent Harris Poll seems to support this argument, stating that only 22 percent of US citizens regularly read political blogs. Although, this percentage is probably high in comparison to other contries). This critique seems to me quite shortsighted. In the coming days, I will explore the possibilities of web-based political communication and discourse by further examining the usefulness of blogging for politicians.

    The first post in this series will deal with the nature of conversations on blogs. I will take a closer look on how professionals in different career paths use blogs to connect with communities in their fields. Accordingly, I focus on professional and career blogs, i.e. blogs that are maintained by professionals in different fields for means of professional development. In turn, I will disregard news aggregation blogs, gossip blogs or mere diary blogs. Professional blogs most closely resemble the genre, tone, and conditions under which politicians would blog.

    It is save to assume that blogs are here to stay. What started out as a way to log one‘s private thoughts in a public confessional has grown into a tool for social change. Professionals in different fields use blogs to connect with their audience. Novelists accompany their books with blogs (see for example the blog by the English novelist Neil Gaiman). Journalists embrace blogs and use them as an open notebooks during their work on more traditional articles (see for example the blog by The Atlantic corespondent James Fallows or even as a substitute for work in more traditional media outlets (see for example Mike Smithson‘s blog Political Betting). Corporations try to connect to their customer base through personal blogs by employees (see for different corporate uses of blogs this post by Steve Rubel [steverubel]). Political Activists use blogs as a tool to surpass censorship and to break the information monopoly of their respective governments (see for example Global Voices an aggregate site for blogs by political activists).

    Why do these professionals with jobs and already busy schedules decide to blog? The Überblogger Robert Scoble [scobleizer] writes on his reasons for blogging:

    I blog for a few reasons:
1) I’m a geek and love telling people about cool things I’ve found.
2) If I put them on my blog, I know that Google will be able to help me find them later on.
3) It lets me have a conversation with a wide variety of people every evening.
4) After reading me, readers of my blog often teach me more than I knew on a specific topic.
5) I’ve been given a certain amount of “Google Juice”? and I enjoy pointing at people and sharing my GooglePower. Even folks I don’t always agree with (you do notice that by linking to Microsoft’s competitors I’m helping out their ranking in Google, don’t you?)
6) I like telling stories about people and situations I’ve been in thanks to my view of the high-tech industry.
7) I am impelled to write it. Translation: I’m addicted.
 I want to write down some of my history and keep track of interesting things I’ve done so that I can go back and enjoy them later on (and so my son, wife, and family can stay involved in my life too).
9) I enjoy learning about conversational marketing. I really do believe that blogging will someday be a “new PR arm”? of most major corporations. By blogging every day, I can learn a set of “best practices”? that I can teach to others at Microsoft and at other corporations.
10) I’m a news hound and enjoy reporting things before other people (or now, services like Technorati or Daypop) can get to them.

    Thus, Scoble’s motives are delivering a service to the community of interest that formed around his blog and the sheer joy of communicating with his readers. His blog is not just about getting his message out or selling stuff to customers.

    Another reason for blogging is learning. The Social Media Analyst Jeremiah Owyang [jowyang] states the paramount reason for his blogging:

    It helps me learn: every topic I post on, someone will add additional thoughts in the comments, so more is gleaned than just me mouthing off. In fact, I get over 7 comments per post on average, so that’s at least a few more perspectives that just mine.

    Some non-fiction authors even accompany their writing process with regular blog postings and extensive discussions with their readers; these discussions often influence their work in progress.

    A good example for this scenario is the blog The Long Tail by Wired editor-in-chief Chris Anderson that he established as a collection of open research notes during his work on his book The Long Tail, a process that he decided to continue in his work on his new project Free. In a blogpost in 2006, Anderson stated how the blog and the discussions it started helped his work on the book:

    Part of the reason the book is successful, I believe, is because as I was writing it the smart readers of this blog helped improve the ideas, catch my errors and suggest dozens of applications and dimensions of the Long Tail I never would have thought of myself. So today’s recognition is also a recognition of the power of tapping collective intelligence. I couldn’t have done it without you!

    Earlier in 2008, the blogger Hugh MacLeod [gapingvoid] started to develop his ideas on Social Objects on his blog and in his Twitter-Feed. His three posts on the topic Social Objects for Beginners 2007/12/31, Why the Social Object is the Future of Marketing 2008/01/02 and The Social Marker – The Social Object on Steroids 2008/01/16 with their respective comment-sections are perfect examples for the process of group learning. Here we witness how the author and the readership of his blog develop a new idea through intensive dialogue conducted in an online envorinment.

    These examples show that the power of blogs lie in the power of the conversations they start. These conversations allow the rapid prototyping of ideas and concepts. An idea can be stated by an author, tested by a community of interest and if necessary further developed. All this in a manner of days if not hours.

    As our survey shows, several scholars, political analysts, and writers of fiction have acknowledged and embraced the benefits of blogging and incorporated them into their works. Meanwhile, the Net itself has long become an outlet for more philosophically motivated posts. In 1999, Christopher Locke, Rick Levine, Doc Searls [searls] and David Weinberger [dweinberger] wrote in their still radical Cluetrain Manifesto about this process:

    While the outcome of these debates did not invariably constitute wisdom for the ages, the process by which they took place was honing a razor-sharp sense of collective potential. The conversation was not only engaging, interesting, exciting—it was effective. Tools and techniques emerged with a speed that broke all precedents. As would soon become obvious, the Net was a powerful multiplier for intellectual capital. (The Cluetrain Manifesto. 2000. p. 5).

    While this statement was relevant for websites and online-forum discussions, it is even more relevant for blogs. Blogs made it even easier to publish on the web than HTML. For instance, micro-blogging tools like Twitter increase the speed of online conversations even further.

    Still, there is a flip side to these positive notions. Not all commentators see a force for intellectual progress in online conversations. For example, Adam Curtis, a director of political documentaries, calls bloggers bullies:

    Quite frankly, it’s quite clear that what bloggers are is bullies… they’re deeply emotional, they’re bullies, and they often don’t get out enough. And they are parasitic upon already existing sources of information… instead of leading to a new plurality or a new richness, [online conversation] leads to a growing simplicity. The bloggers from one side act to try to force mainstream media one way, the others try to force it the other way. So what the mainstream media ends up doing is it nervously tries to steer a course between these polarized extremes.

    This negative view on the blogosphere was recently reinforced through a case of conference twittering. An audience, connected through the micro-blogging service Twitter, turned hostile during a podium discussion that was moderated by the journalist, Sarah Lacy [sarahcuda] (for two accounts of the event see: The “Nuclear Disaster”? At SXSW Was Nothing More Than A Witch Burning and Audience of Twittering Assholes).

    Should politicians choose to become part of this often volatile online conversation? How can they use the benefits of a closely connected community and yet stay clear of hostile and partisan online behavior? In the coming days, I will explore these questions in greater detail. Meanwhile feel free to chime in.

    I want to thank Damien Schlarb, who proofread this post and so ensured that it roughly resembles English.