Category Bits and pieces

Lance Bennett in Mannheim

This semester, the MZES colloquium has proven somewhat of a highlight for researchers interested in the effects of the internet and digital tools on politics and political communication. Earlier this semester Rasmus Kleis Nielsen and Homero Gil de Zúñiga both gave fascinating talks on questions related to this. Next Monday, October 26, 2015, the MZES colloquium features another great speaker on the topic. Lance Bennett will talk about his concept, the logic of connective action. This talk should be self-recommending for you if you are interested in the role of the internet in politics, protests, and collective action. The talk starts Monday, October 26, 2015 at 12.00 in building A 5,6 room A 231 and is open to the public.

The Logic of Connective Action: Digital Media and the Personalization of Contentious Politics

A number of diverse, large scale protest movements have appeared around the world in recent years: the Arab Spring, the M15 or los indignados in Spain, Occupy Wall Street, the Umbrella Movement in Hong Kong, and Black Lives Matter in the U.S., among others. These large-scale, sustained protests use digital media in ways that go beyond sending and receiving messages. In these technology enabled protests, communication becomes an important part of the organizational process. Understanding such large-scale action networks requires a different theoretical framework than the logic of collective action that is generally used to explain conventional collective action based on formal organization, resource mobilization, and leadership aimed at motivating participation and building collective identities. This talk explores a logic of connective action that is based on self-motivated, personalized content sharing over social networks that require less formal leadership or hierarchical organization. This organizational process is explained using methods developed to model information flows through an Occupy Wall Street data set of 60 million tweets.

W. Lance Bennett is Professor of Political Science and Ruddick C. Lawrence Professor of Communication at the University of Washington, Seattle, USA, where he directs the Center for Communication and Civic Engagement (www.engagedcitizen.org). The focus of his work is on how communication processes affect citizen engagement with politics. His most recent book is The Logic of Connective Action: Digital Media and the Personalization of Contentious Politics (with Alexandra Segerberg, Cambridge, 2013). He has received the Ithiel de Sola Pool and Murray Edelman career recognition awards from the American Political Science Association. He has also received the Distinguished Scholar Award from the U.S. National Communication Association, and the ICA Fellow Award from the International Communication Association, both for lifetime achievement in the study of human communication. He currently holds a Humboldt Research Fellowship at Free University, Berlin.

Articles on Google by Steven Levy

With In the Plex, Steven Levy [@StevenLevy] has arguably written one of the most insightful books on the history of Google, its corporate culture and its successful and not so successful projects. But since the publication of the book in 2011 a lot has happened and Levy has steadily kept reporting on the developments at Google–first at Wired and now at Medium. Here is a brief list of links to some interesting pieces he wrote on Google since 2011.

Corporate Strategy
Google’s Larry Page on Why Moon Shots Matter (2013/01/17)
A Masterclass in Google – Session 1: China, the Troika, and Don’t Be Evil (2014/10/07)
A Masterclass in Google – Session 2: Google won with Motorola, and could have won with Groupon. And we’d never do what Amazon is doing (2014/10/09)

Data Centers and Networks
Google Throws Open Doors to Its Top-Secret Data Center (2012/10/17)
Going With the Flow: Google’s Secret Switch to the Next Wave of Networking (2012/04/17)

Google Scholar
The Gentleman Who Made Scholar (2014/10/17)

Google+
Inside Google+ — How the Search Giant Plans to Go Social (2011/06/28)
Is Too Much Plus a Minus for Google? (2012/01/12)

Project Loon
How Google Will Use High-Flying Balloons to Deliver Internet to the Hinterlands (2013/06/14)
The Untold Story of Google’s Quest to Bring the Internet Everywhere—By Balloon (2013/08/13)
Google’s Balloon Internet Experiment, One Year Later (2014/06/16)

Die Rolle von Experimenten, Daten und vernetztem Lernen in den Kampagnen Barack Obamas

Jede politische Kampagne steht vor der gleichen Frage: Wie motiviere ich potentielle Wähler zur Wahl und wie gelingt mir dies mit Budgets weit unter denen vergleichbarer Kampagnen in der Produktwerbung? Die Präsidentschaftskampagnen Barack Obamas in 2008 und 2012 bieten deutschen Wahlkämpfern interessante Ansätze wie mit dieser Frage umgegangen werden kann.

Obamas Beispiel zeigt wie Kampagnen daran arbeiten, Kampagnenkontakte möglichst präzise auf Wählergruppen zu beschränken, die tatsächlich zur „richtigen“ Wahl bewegt werden können; wie Kampagnen die Effektivität unterschiedlicher Kampagnenmittel im Hinblick auf ihre durchschnittlichen Mobilisierungschancen und –kosten testen; und wie Kampagnen ihre Erkenntnisse in einem breiten Netzwerk von politisch befreundeter Organisationen teilen und so die Grundlage für einen gemeinsamen Lernprozess legen.

Die Identifikation potentieller Wähler
Im Wahlkampf geht es für Kandidaten und Parteien darum, potentielle Wähler davon zu überzeugen zur Wahl zu gehen. Es geht nicht darum, Menschen mit abweichenden politischen Überzeugungen von eigenen Positionen zu überzeugen. Dieses Verständnis von Wahlkampf ist besonders in den USA verbreitet. Es führt dazu, dass Kampagnen sich auf potentielle Wähler zu konzentrieren versuchen, die ihrem soziodemografischen und ökonomisch Status und ihren weltanschaulichen Einstellungen nach eher den Unterstützern einer Partei zugerechnet werden können. Menschen, die nach diesen Variablen eher zu Unterstützern anderer Parteien zählen könnten werden in der Mobilisierungsarbeit bewusst ignoriert. Dadurch versuchen Kampagnen am Wahltag die Zahl der aus ihrer Sicht „richtigen“ Wähler zu erhöhen.

Die Geschichte des Wahlkampfs in den USA ist seit Mitte des letzten Jahrhunderts durch eine immer feingliedrigere Identifizierung potentieller Wählergruppen geprägt. In den siebziger Jahren klassifizierten Wahlkämpfer potentielle Wähler auf Basis ihrer Adressen. In den Neunzigern sprach Mark Penn, Chefstatistiker der Clintons, davon, potentielle Wähler durch ihr Konsumverhalten oder ihre Zugehörigkeit in gesellschaftlichen Kleingruppen—den berühmten Soccer-Moms—identifizieren zu können. Diese immer kleinteiligere Identifizierung potentieller Wähler hat ihren vorläufigen Höhepunkt in der datenbankgestützten Ansprache von Wählern mit Hilfe statistischer Modelle gefunden.

Die Obama-Kampagne nutzte in den Wahlkämpfen 2008 und 2012 unterschiedliche Datenbanken. Den Kern des Datenbestands wurde seit 2005 von der Demokratischen Partei in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Firmen entwickelt. Diese Datenbank umfasst Informationen über jeden amerikanischen Wahlberechtigten, die öffentlich in Wählerregistern amerikanischer Bundesstaaten verfügbar sind. In der Regel sind dies: Name, Alter, Geschlecht, Rassenzugehörigkeit und Adresse. Zusätzlich wurde dokumentiert, ob sich Wahlberechtigte für die Vorwahlen einer Partei registriert hatten. Ergänzend dokumentierte die Datenbank Kampagnenkontakte aus unterschiedlichen Wahlkämpfen. Wurde ein Wahlberechtiger zum Beispiel 2008 durch einen Freiwilligen angerufen und hatte auf die Frage nach seiner Wahlabsicht geantwortet so konnte die Obama-Kampagne 2012 auf diese Information zugreifen. Auf Basis dieser Informationen entwickelte die Kampagne zwei Rankingkennzahlen für alle Wahlberechtigten: die Wahrscheinlichkeit, an der Wahl teilzunehmen und die Wahrscheinlichkeit, Barack Obama zu wählen. Diese Datenbank mit Informationen über das zu erwartende Wahlverhalten wurde von der Obama-Kampagne mit verschiedenen kommerziell verfügbaren Datenbanken ergänzt, die personenbezogene Daten—zum Beispiel in Bezug auf Konsumverhalten oder Mediennutzung—enthielten. Die Obama-Kampagne versuchte so mit Hilfe von statistischen Modellen unter den Wahlberechtigten, über die sie keine politischen Informationen hatte, diejenigen zu identifizieren, die für sie interessant waren. Den Wahlberechtigten denen statistische Modelle auf dieser Datenbasis ein für die Kampagne vielversprechendes Ranking zugeschrieben hatten wurden dann durch die Kampagne kontaktiert. Dies geschah entweder durch personalisierte Postsendungen, Anrufe und Hausbesuche durch Freiwillige, die sie zur Wahlbeteiligung aufriefen.

Heißt dies nun, dass die Obama-Kampagne das Wahlverhalten aller Amerikaner kannte, tatsächlich nur mit potentiellen Wählern sprach und jeder der von ihnen Kontaktierten tatsächlich wählen ging? Natürlich nicht. Diese Selektion von Wahlberechtigten für den Kontakt durch die Kampagne basiert auf Wahrscheinlichkeiten. Wenn statistische Modelle einer Kampagne erlauben, die Zahl vergeblicher Kontakte zu reduzieren, dann heißt es nicht, dass ein Modell in der Lage wäre, menschliches Verhalten mit Sicherheit vorherzusagen. Praktisch heißt dies, die datenbankbasierte Ansprache führte für die Obama-Kampagne zu einer etwas kleineren Zahl vergeblicher Kontakte als die Selektion von Kontakten basierend auf älteren Verfahren. Die Kampagne konnte also ihre Zeit und Ressourcen auf potentiell interessante Ansprechpartner konzentrieren ohne jedoch Sicherheit über deren Verhalten oder politische Einstellungen zu haben. Dies scheint bei dem erheblichen finanziellen Aufwand vielleicht wie ein geringer Vorteil, vor dem Hintergrund von Wahlkämpfen, die immer häufiger durch knappe Siege in einzelnen Wahlkreisen entschieden werden erklärt sich jedoch die Bereitschaft politischer Kampagnen in jeden noch so kleinen Vorteil zu investieren.

Obamas Datenreichtum wurde in der deutschen Diskussion zwar immer wieder angesprochen aber auch sehr schnell als konsequenzlos für deutsche Wahlkämpfe eingeschätzt. Hierbei konzentrierte sich die Diskussion immer wieder auf die von Obama eingekauften Datensätze, nicht auf die durch Kampagnen der Demokraten über Jahre selbst erhobenen Datensätze. Es stimmt natürlich, das deutsche Datenschutzrecht macht den Einkauf von Datensätzen für Parteien unpraktikabel. Auf der anderen Seite hindert deutsche Parteien niemand daran, ihre Mitgliederbasis mit einer technischen Infrastruktur auszustatten über die sie Wählerkontakte in unterschiedlichen Kampagnen vor Ort datenschutzrechtlich konform dokumentieren kann. Um die Kampagnenführung in Deutschland zu präzisieren braucht es nicht Obamas komplizierte statistische Modelle, die einfache Dokumentation von Wählerkontakten würde Parteien schon deutlich in der Feinsteuerung ihrer Wahlkämpfe helfen.

Daten statt Expertenwissen
Zusätzlich zur datenbankbasierten Wähleransprache prüfte die Obama-Kampagne die Effektivität ihrer Kampagnenelemente in fortlaufenden quantitativen Evaluationen. Anstelle Ressourcen nach der Intuition einiger Experten einzusetzen, versuchte die Kampagne, Werkzeuge auf ihre Kosten und zu erwartenden Effekte zu testen. Besonders die Sammlung von Spenden und die Effektivität unterschiedlicher Arten der Wähleransprache wurden regelmäßig in Experimenten untersucht.

Am intensivsten testete die Obama-Kampagne das Sammeln von Spenden über das Internet. Die Kampagne verfügte über eine umfangreiche Liste von E-Mail Adressen von Nutzern, die sich auf der Kampagnenwebseite registriert hatten und aus anderen bereits bestehenden Verteilern. Diese Liste wurde regelmäßig durch die Kampagne angeschrieben. Die Kampagne untersuchte so, ob die Verwendung unterschiedlicher Betreffzeilen, Textbausteinen und Absender Effekte auf das von einer E-Mail generierte Spendenaufkommen hatten. Hierzu sendete die Kampagne E-Mails, in denen einzelne Elemente gezielt variiert wurden, an zufällige Ausschnitte ihrer E-Mail-Liste und verglich die daraufhin eingehenden Spenden mit Gruppen, denen andere E-Mail-Variationen zugeschickt worden waren.

Besonders intensiv experimentierte die Kampagne auch mit Beträgen, die sie in E-Mails und auf ihrer Webseite als Einstiegsspenden festlegten. Spendeten Adressaten des Aufrufs häufiger wenn der in der E-Mail vorgeschlagene Mindestbetrag bei $5 oder $10 lag? Durch solche Experimente konnte die Kampagne gezielt die Ansprache ihrer Unterstützer über E-Mails optimieren und damit die finanziellen Ressourcen der Kampagne steigern.

Auch die direkte Ansprache von Wählern durch Briefsendungen, Telefonanrufe und Hausbesuche wird in U.S.-Kampagnen regelmäßig im Hinblick auf ihr Mobilisierungspotential pro Kontakt getestet. Sogenannte Cost-per-Vote Analysen sollten lediglich als grobe Richtungswerte interpretiert werden, aber sie unterstützen Kampagnenplaner dabei, Ressourcen gezielt einzusetzen. Ähnliche Experimente zur Evaluation von Kampagnenwerkzeugen sind auch in Deutschland denkbar.

Lernen im Netzwerk
U.S.-Präsidentschaftskampagnen finden in regelmäßigen Zyklen alle vier Jahre statt. Das Verhalten von Menschen und die Effektivität von Kampagnenansprachearten ändern sich jedoch potentiell ständig. Mobilisierungsarten von Kampagnen mögen also in bestimmten Wahlkämpfen erfolgreich sein und in anderen versagen. Um möglichst aktuelle Erkenntnisse über die Effekte unterschiedlicher Ansprachearten auf unterschiedliche Gesellschaftsgruppen zu gewinnen, haben sich Kampagnen demokratischer Kandidaten und Berater befreundeter Organisationen—wie zum Beispiel Gewerkschaften oder zivilgesellschaftlichen Organisationen—in informellen Netzwerken organisiert, um sich so über aktuelle Erkenntnisse auszutauschen und Freiwillige auch zwischen Präsidentschaftswahlen in unterschiedlichen Mobilisierungstaktiken zu schulen. Die Veränderungen in der Wahlkampfdurchführung und -organisation der Obama-Kampagne gehen also weit über einen spezifischen Kandidaten oder die Wahlkampfzyklen 2008 und 2012 hinaus. Sie sind fest in der Kampagnenkultur der demokratischen Partei verankert.

Worin besteht also die tatsächliche Lektion von Obamas Kampagnenerfolge? Das Wissen über die Mechanismen, Effekte und Kosten einzelner Kampagnenwerkzeuge lässt sich am besten in einem fortwährenden Lern- und Evaluationsprozess innerhalb eines Netzwerkes von Organisationen mit geteilten Zielen entwickeln. Hierfür sind die Kontextbedingungen amerikanischer Kampagnen—große Budgets, umfangreiche Datenbanken und ein schwaches Datenschutzrecht—zwar hilfreich aber nicht notwendig. Tatsächlich braucht es allerdings den politischen Willen innerhalb einer Organisation. Jene politische Organisation, der es als ersten gelingt in Deutschland einen vergleichbaren Lernprozess zu entwickeln wird für die kommenden Wahlkampfzyklen einen klaren Vorteil in der Planung und Durchführung politischer Kampagnen haben, da sie in der Lage sein wird ihre Zeit und Ressourcen effektiver auf für die Kampagne interessante Wählergruppen zu konzentrieren.

Ein glücklicher Umstand für deutsche Kampagnenmacher ist, dass die Obama-Kampagnen 2008 und 2012 wohl zu den am besten dokumentierten Wahlkampagnen der jüngeren Vergangenheit gehören und damit mehr als genug Ansatzpunkte bestehen, um die Entscheidungen der Kampagne nachzuvollziehen und gegebenenfalls für den eigenen Kampagnenkontext zu adaptieren. Anbei einige hilfreiche Quellen:

Organisationskultur und Nutzung von Experimenten:

  • Mobilisierung:

  • Technologische Innovationen:

  • Die Lektionen der SPD aus dem us-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2012

    Heute öffnete die SPD eine ihrer kampagnenunterstützenden Onlineplattform mitmachen.spd.de. An der Plattform und der begleitenden Rhetorik durch Parteispitze und Onlinecampaigner werden wesentliche Unterschiede zwischen den Lektionen – bzw. den offen kommunizierten Lektionen – deutlich, die Kampagnenmacher der SPD und CDU aus dem vergangenen US amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf gezogen haben.

    Andrea Nahles spricht bereits seit einigen Monaten immer wieder von der Betonung des Tür-zu-Tür Wahlkampfs in der Planung der bevorstehenden SPD-Kampagne. Dabei fällt immer wieder die Zahl von 4 Millionen geplanten Hauskontakten. Zusätzlich soll die Wahlkreisarbeit durch professionelle “Campaigner” koordiniert werden, die in Absprache mit dem Willy-Brandt-Haus mehrere Wahlkreise betreuen sollen. Mit Sicherheit tut man gut daran, Aussagen von politischem Spitzenpersonal über ihre geplanten Wahlkampfvorhaben mit etwas gesunder Skepsis zu lesen, aber dennoch zeigen diese Äußerungen und Planungen, dass die SPD – zumindest in der Rhetorik über ihre Kampagnen – entscheidende Lektionen aus dem Erfolg der Kampagnen von Barack Obama in 2008 und 2012 gezogen haben. Wie auch hier schon mehrmals betont, liegen diese Lektionen nicht in der kreativen Nutzung von Twitter oder Facebook durch Barack Obamas Kampagnenstab, sondern in der effektiven Nutzung von Onlinetools für die Unterstützung des Fundraising der Kampagne und der Mobilisierung von Wählern an der Tür.

    Ein weiteres Indiz dafür, dass die Aussagen von Andrea Nahles ernst genommen werden sollten, ist ein Blogpost von Mathias Richel, einem der Onlinekampagnenberatern der SPD, mit dem er die Öffnung der mitmachen.spd.de Plattform begleitete. Hierin spricht Richel über die der Plattform zugrundeliegenden Ziele, die Designprinzipien und die Ausrichtung der Plattform über den Bundestagswahlkampf 2013 hinaus.

    Jetzt muss natürlich abgewartet werden, ob all die rhetorisch richtig gesetzten Punkte sich tatsächlich in den Kampagnenalltag übertragen lassen. Dennoch besteht hier die Möglichkeit, dass die SPD mit dieser Ausrichtung die Kampagnenfähigkeit ihrer Verbände weit über die Bundestagswahl 2013 hinaus deutlich stärkt. Für diese Stärkung ist es übrigens völlig unabhängig, ob Peer Steinbrück die kommende Bundestagswahl gewinnt oder verliert. Für die Stärkung der Kampagneninfrakstruktur der SPD ist nur wichtig wie erfolgreich die “Campaigner” vor Ort agieren, wie gut der Tür-zu-Tür Wahlkampf in den Wahlkreisen angenommen wird und wie erfolgreich die Evaluation der einzelnen Kampagnenelemente in einen wahlkampfüberschreitenden Lernprozess übertragen werden.

    Housekeeping 2012

    Books published 1
    Papers published in peer-reviewed journals 3
    Papers in review maelstrom 3
    Dissertation chapters written 1/2
    Papers presented at conferences 1
    Other talks given 12
    Blogposts published on “Too Bad You Never Knew Ace Hanna” 23
    Other publications 4
    Courses taught 3
    Courses taken 1

    Kilometers traveled 37.874
    Days spent on the road 104
    Cities visited 30
    Countries visited 5 (Belgium, Italy, Lithuania, Netherlands, USA)

    Secret evil plans n

    So much for 2012. Let’s see what 2013 has got in store.

    Technology in US-Campaigns: Readings

    The US-election has come and gone and suddenly seemingly everyone agrees that “data” is the next big thing in political campaigns. This is great for journalists. Now they can update their pieces on the 2008 Obama-campaign by simply replacing the words “Facebook” and “Social Media” by the words “data” and “databases”. It’s also great for consultants since they are suddenly awarded with a new transformative, disruptive, and definitely decisive tool to sell to their clients. As such this is nothing new. The “microtargeting revolution” of the 90s and the “social media revolution” of 2008 were sold the same way.

    So one could read the growing deluge of journalistic pieces on how Obama won with data with curiosity but reserved detachment:

    • Databases: been there done that
    • Campaigns buying data: only possible with the rather lax privacy regulation in the US
    • Campaigns collecting data: too expensive, would lead to public outcry in other countries
    • Campaigns using quantitative models: does not work without extensive databases
    • Volunteers knocking on doors: specific to the US-context does not work in other countries

    While some of these statements might have a point, they mistake new tools and campaign techniques for the true lesson of the US-campaign of 2012. The new tools and techniques used by the Obama-campaign are specific answers to a specific campaign context. As such they have probably little general applicability. But focusing on this means missing the bigger point: the innovations of the Obama campaign are rooted in the organisational culture of the campaign itself and the culture of its allies. This organisational culture holds important lessons for campaigns in different electoral, legal and cultural contexts. Ignoring these lessons means missing the bigger picture and just adopting a comfortable reading that justifies one’s business-as-usual approach.

    Two of these changes in the organisational culture are:

    • A quantitative turn in the selection, evaluation and interpretation of tried campaigning techniques off- and online
    • A heavy emphasis on the training of campaigning staff in campaigning techniques and skills by the campaign and its allies

    Both these trends have been identified and very well documented by scholars and practitioners alike. Still, there is the danger that these more nuanced accounts of the messy process of campaign innovation are ignored in favour of the breathless accounts of shiny new campaigning toys. If this happens this will lead to a boom-and-bust cycle for the use of “data” in campaigns that will resemble the hype surrounding the use of “social media” in campaigns.

    To put the discussion of the real innovations of the Obama-campaigns of 2008 and 2012 and their potential influences on the election results on a sounder footing a short list of texts by scholars and practitioners might prove helpful. Sure, an article in one’s favourite newspaper or magazine might be a quicker read, but – as argued above – in choosing these accounts one would more often than not sacrifice sound analysis for peace of mind.

    Background on political campaigns in the USA:

  • General analysis of the campaign 2008:

  • General analysis of the campaign 2012:

  • Organisational culture of Democratic campaigns and their allies:

  • Get out the Vote:

  • Technological Innovations:

  • [Update: 2012/11/13]
    Very good interview with Matthew Hindman on the role of the Internet in the US campaigns of 2012.

    [Update: 2012/11/14]
    Very helpful account of what is presently know about the analytical efforts of the Obama campaign by Lois Beckett.

  • Organisationskultur als tatsächliche Lektion der Obama-Kampagne für den deutschen Wahlkampf

    Die US-Wahl ist noch keine Woche vorbei und schon zeichnet sich ab, dass Innovationen der demokratischen Kampagnenführung in ihrer Bedeutung für den deutschen Wahlkampf wenig zielführend interpretiert werden: Anstelle die gezielte Wähler-Mobilisierung über große Datenbanken mit detaillierten Datensätzen als für Deutschland nicht durchführbar zu erklären (da Geld für den Aufbau der Datenbanken fehlt, bzw. es rechtlich für Parteien nicht möglich ist, vergleichbare Datensätze kommerziell einzukaufen) und es dabei zu belassen wäre es sinnvoller, sich zwei grundlegende Elemente demokratischer Kampagnen seit 2004 genauer anzusehen:

    1. Eine Veränderung der Kampagnenkultur weg von anekdotischem Expertenwissen hin zu quantitativ belegbaren Erkenntnissen durch die Nutzung von Experimenten in Kampagnen;

    und

    2. Die gezielte Ausbildung von Freiwilligen in praktischen Fragen der Kampagnenführung on- und offline durch verschiedene Organisationen aus dem Umfeld der demokratischen Partei (zB New Organizing Institute).

    Beide dieser Elemente haben die effektive Nutzung von Datenbanken und quantitativen Modellen für die gezielte Mobilisierung potentieller Unterstützer erst möglich gemacht und beide dieser Elemente wären ohne Weiteres auch in deutschen Kampagnen anwendbar. Es geht also nicht darum, ob spezifische Werkzeuge und Methoden der Obama-Kampagne in Deutschland verwendbar sind. Die Frage ist eher, ob wir aus der Organisationskultur der Kampagne und ihres Umfelds lernen können.

    Housekeeping 2010

    Papers published in journals 1
    Papers published in edited volumes 2
    Papers published in conference proceedings 1
    Papers in review maelstrom 1
    Papers in advanced draft stages 5

    Number of coauthors 6

    Dissertation chapters written 0

    Secret evil plans 2

    Manuscripts reviewed 5

    Papers presented at conferences 4
    Coauthor of papers presented at conferences 2
    Other talks given 7

    Conference panels accepted 1

    Grant proposals in review maelstrom 1
    Grant proposals rejected 1

    Blogposts published on “Too Bad You Never Knew Ace Hanna” 26
    Blogposts published on other blogs 3
    Other publications 2

    Interviews given 5

    Courses taught 3

    Worked for political campaigns 1
    Summer universities visited 1

    Kilometers traveled 42.184
    Days spent on the road 184
    Cities visited 23
    Countries visited 4 (Italy, USA, UK, Ireland, Spain)

    So much for 2010. Let’s see what 2011 has got in store.

    Stats on Internet Use in Germany

    While researchers of online communication or internet enabled social behavior strongly believe in the growing importance of the internet and its significant effect on social processes this believe is not always shared by more traditional social scientists. But data speaks louder than beliefs. So who is doing regular studies on internet use in Germany and what are important one-shot studies? Here is a short list to get this started. But the more important question is: What studies have I missed? I’d greatly appreciate it if you’d add to this list in the comments.

    ARD/ZDF Onlinestudie
    One of the probably most comprehensive sources of data on internet usage behavior in Germany are the ARD/ZDF Onlinestudien. Since 1997 the German TV stations ARD and ZDF regularly conduct a representative telephone survey with the aim of documenting the development of internet use in Germany. Since 2009 the results of the studies get regularly published in the journal Media Perspektiven. On their website you can find documentation on the ARD/ZDF Onlinestudien since 1997.

    Forschungsgruppe Wahlen
    Since 2000 the Forschungsgruppe Wahlen each quarter collects data on internet use in Germany in their report Internet-Strukturdaten. They base their reports on representative telephone surveys. They collect data on internet use, the demographics of internet users (i.e. age, education, occupation), the political preferences, political uses, and usage intensity.

    Statistisches Bundesamt
    Another source for information on internet use in Germany is the Statistische Bundesamt. The Amt regularly publishes information on internet use in enterprises and private households. Also they publish data on the demographics and the way how the internet is used.

    JIM: Jugend, Information, (Multi-)Media
    Since 1998 the Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest publishes a yearly study into the media usage of 12 to 19 year olds in Germany called JIM: Jugend, Information, (Multi-)Media. In this study they regularly document the use of the internet by that demographic. The study is based on telephone interviews with approximately 1000 12 to 19 year olds. The studies are available for download on their website.

    KIM: Kinder und Medien Computer und Internet
    Since 1999 the Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest also conducts regular studies into the media usage of 6 to 12 year olds in Germany. This study is called Kinder und Medien Computer und Internet. These studies are also availble for download.

    So, what else is out there?

    Bits and pieces from last week 2009/50

    Drinking from the Firehose: Why Obama Should Stay the Hell Off Twitter

    Colin Delany [@epolitics] gives an interesting perspective on the question whether leading politicians should use Twitter:

    But I’d also argue that Twitter is fundamentally a bad match for a Chief Executive, for exactly the same reasons that so many other people are drawn to it. Like the rest of the social media universe, Twitter is effectively unfiltered, with a low wheat-to-chaff ratio even if you’re careful whom you follow. In many ways this is a strength, since part of the fun of the service is that you get access to so much information and opinion coming in from so many directions.

    This argument focuses on the value of unfiltered vs filtered information for politicians:

    While unfiltered information is valuable for bloggers, journalists and those of us with short attention spans, it’s not usually the best thing with which to fill your time when your actions have real-world consequences for, well, the entire world.

    This argument does not address the elements of mediated intimacy, access or public conversations that are quite useful to politicians using Twitter. Still this argument is probably a reason for the social media “glass ceiling” which the Belgian blogger Clo Willaerts [@bnox] identified last month in her talk at the Personal Democracy Forum Europe. Her term describes the phenomenon that even social media savvy politicians stop using social media channels once they reach a certain level of responsibility.

    Maybe Delany’s argument will give some pause to the All-Politicians-Online-All-The-Time Pundits.

    An Internet Politics Index to David Plouffe’s The Audacity to Win

    Colin Delany once again: In this post Delany gives a very useful index of passages that deal with the internet and politics in David Plouffe‘s account of the Obama campaign The Audacity to Win, a book that I’ll address in more detail later this month.

    Tom Peters: Cool Friends Interview with Garrison Keillor

    As a nice diversion from politics I’d suggest this interview with Garrison Keillor. In this piece he talks among other things about his writing and editing process:

    […] as you get older, you learn how to throw it out without much thought, without much pity. You look at a piece that you’ve written, and you take those first three paragraphs, and you dump them. You just rip them out. Usually, that’s the part that needs to be thrown out, the big windup, the big introduction. The first page almost always can go. You learn to do that without regret. I edit myself much more quickly and mercilessly now than I ever could have 20, 30 years ago.

    Other topics are his show The Prairie Home Companion, the director Robert Altman, public speaking and the durability of sonnets.

    If by any cruel twist of fate the name Garrison Keillor means nothing to you have a look at Garrison Keillor: The Man on the Radio in the Red Shoes or listen to his News from Lake Wobegon.

    From Cool Hunters to Chief Culture Officers: An Interview with Grant McCracken

    While preparing a talk on the role of convergence in the online campaigns of various German parties in the run up to the German Bundestagswahl 2009 I turned once again to the work and blog of Henry Jenkins. There I stumbled on this great talk by Grant McCracken at the Futures of Entertainment 4 Conference. In this presentation McCracken introduces his concept of the Chief Culture Officer and its potential for companies:

    Corporations have been notoriously bad at reckoning with culture. They manage the “problem of culture” with ad hocery of many kinds. They call on ad agencies, consultants, gurus and cool hunters and, when all else fails, the intern down the hall. But there is no single person and, worse, there is no senior manager. Even as culture grows ever more dynamic, various, demanding, and participatory. So that’s my argument: there ought to be someone in the C-Suite who’s job it is to reckon with culture and to spot the opportunities and dangers it represents.

    McCracken’s book just made it on my to-read list.